Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-99831
Solon. 
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Pofeidon war nicht blos der Vater des Theseus, sondern auch der 
des Neleus gewesen. Solons Vater, Exekestides, theilte die Ges 
sin1mngen seiner Standesgenossen dem Volke gegenüber nicht; er 
hatte sein Vermögen durch Unterstützung Nothleidender und Dari 
bender verringert J. Sein Sohn ging den Weg des Vaters, er 
lieh die große Summe von fünf Taleuten Cüber 10,000 ThalerJ  
andere sagen funfzehn Talente  zu demselben Zwecke aus II. Es 
war ein Tropfen der Linderung, welcher in den Wogen der allgei 
meinen Noth verschwand. Solo7ns gesundes Gefühl für Recht und 
Billigkeit war stärker als die Vorurtheile seines Standes, sein 
Herz empfand den Druck des Volkes. Er war empört über das 
Uebern1aß der An1nas;ungen des Adels, über die Härte und Will: 
kür seines Regi1nents, über die Ausbeutung des Landes zu Gan: 
steu der bevorzugten Klasse, welche mit dem Ruin des Staates 
enden mußte, wenn ihr nicht Einhalt geschah. Die Prätensionen 
der Edelleute auf den Vorzug der Tugend, der Tapferkeit, der 
Religiosität und des näheren Verhältnisses zu den Göttern wurden 
durch ihr Verhalten im Frieden und Kriege Lügen gestraft, durch 
ihre Eigensucht, durch ihre Frevel gegen die Götter wie durch ihre 
Feigheit. Wäre aber auch das Recht des Abels besser begründet 
und besser erworben gewesen  hatte nicht auch das Volk ein 
Recht, vor Habsucht und Gewalt, vor der Herabdriickung in die 
schnödeste Sklaverei geschützt zu werdenP Der Habsucht des Adels 
stellte Solon die Genügsamkeit, seiner Herrschsucht die natürliche 
Billigkeit, dem angeblichen Primat seiner Tugend und Tüchtigkeit 
die Moralität aller, seinen Ueberlieferungen den gesunden Men: 
schenverstand und die ersahrungsmäs;ige Einsicht gegenüber. Wäh: 
rend Megakles, während das den Kodriden verwandte Geschlecht 
der Alkmaeoniden beim Aufstande des Khlon den äußersten Terro: 
rismus im Jnteresse der Aristokratie an den Tag gelegt hatte, 
übernahm der Abköm1nling der alten Königssamilie, der Nachkomme 
des Melanthos und Periklymenos die Vertheidigung der Sache 
des Volks.  
JnsSolons jüngeren Jahren war es bei den Griechen noch 
Ukc2k Gebrauch in Prosa zu schreiben; es gab keine Leser Von Biii 
chern, aber sehr begierige und empfängliche Hörer der Poesie. 
Auch Solon bediente sich der gewohnten poetischen Form, um die 
V Hut. Solon c. 1. 2.  
Duncker Geschichte des Alterthums. 
P litt. l. 
L. Aufl. 
A 
IV.
        

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