Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-99759
GeseZe Drakong. 
Die 
153 
acht und vierzig Epheten waren nun die Beisitzer des Archon Bas 
sileus auf dem Areiopag, Vor dem Delphinion oder dem Palladion, 
je nachdem dieser in der Voruntersnchnng Ci2ycL;kgxs1icj befand, daß 
vorsätzlicher oder unvorsätzlicher Mord oder erlanbter Todtschlag 
stattgefunden; vor dem Prytaneion, wenn der Bluträcher des. 
Mörders nicht habhaft geworden oder Tödtung durch Zufall statts 
gefunden hatte, und es nur galt das Land zu reinigen und die 
Mordwerkzenge über die Grenze zu schaffen, welches Geschäft den 
Stammkönigen nach wie vor überlassen war II. Die Gerichtsbarkeit 
über alle Prozesse wegen Gottlosigkeit nnd Unterlassung heiliger 
Handlungen blieb dem Archon:König, wie dem ersten Archon die 
Entscheidung über alle Streitigkeiten aus dem Familien: und 
Erbrecht. Die letzte Entscheidung über alle Civilklagen, über alle 
Klagen wegen Verletzungen, das Schuldrecht und das gesammte 
Strasrecht lag nach wie vor in den Händen der Thesmotheten 
und des Rathes der Prytanen. Drakon begniigte sich, hier die 
Prozeßordnung und das materielle Recht festzustellen, ohne die Or: 
ganisation der Gerichte zu ändern. 
Wichtiger als das Blutrecht war für die Bürger nnd Bauern 
das Criminalrecht, der Schutz gegen Vergewaltigungen und Mißs 
handlungen durch den Adel, die Bestimmungen über mein und 
dein nnd dass Schuldrecht. Jhre Erwartungen wurden hier 
grausam getäuscht. Nicht nur daß der Adel, indem er einem 
Manne seines Standes die Auszeichnung des Rechts übertragen 
hatte, sicher war, daß diese in seinem Sinne erfolgte; er hatte als 
lem Anschein nach dem Volke diese Konzessiou der schriftlichen 
Gesetzgebung mit einem schlimmen Hintergedankeu gemacht. Es 
ist freilich der Ausdruck eines späten Redners, des Demades, 
daß Drakon seine Gesetze mit. Blut geschrieben hätte, aber 
auch Aristoteles findet, das; das, was Drakons Gesetze aus: 
zeichne, nichts als ihre Strenge sei J. Wir wissen im Einzelnen 
nur, daß seine Gesetze in gewissen Fällen die Atimie d. h. die 
sAusschließung vom Biirgerrecht feststellten3I; daß Bnßen von 
zwanzig Rindern, oder vom Geldwerth derselben mehrfach vors 
kamen II, daß das Schuldrecht den Zahlnngsunsähigen dem Gläu: 
biger nicht blos als Schuldknecht sondern als Sklaven zUfpWCh, 
U 
19. 
Aristot. 
gJ 
l1o1, 
Flut. 
Sol.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.