Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-99739
Auszeichnung 
Die 
der Gesehe. 
151 
mische Abhängigkeit nicht. Es war im Stande, durch sein Zu: 
sammeuwohnen in der Stadt, seinen Bedürfnissen und Forderungen 
einen größern Nachdruck zu geben, als die vereinzelten iiber das 
Land verstreuteu Familien der Bauern. 
Die Gerichtsgewalt des Adels drückte gleichmäßig die Bitt: 
ger nnd Bauern. Die Bußs und Strafsii13e waren hoch und 
wurden fiir Edelleute nnd Gemeine verschieden bemessen, das 
Schuldrecht war sehr hart, gegen Excesse und Vergewaltigungen 
der Edelleute war kein Recht zu erlangen. Die adligen Beamten 
und Richter sprachen nach dem Herkommen, welches sie allein 
kannten, welches auch bei gewissenhafter Handhabung der Willkür 
großen Spielraum gestattet; den größten und schlimmsten aber 
dann, wenn es der Förderung des Standesvortheils dienen muß 
und diesem gemäß bewußt oder unbewußt modificirt m1d angei 
wendet wird. Bei alle dem waren Bürger und Bauern außer 
Stande, gegen die Entscheidungen der adligen Richter Tadel zu 
erheben; man konnte keine Entscheidung als ungerecht anfechten, 
weil man das Recht nicht kannte. Nun hatte Zaleukos den Loki 
rern, Charondas den Katanaeern vor nicht gar langer Zeit, um 
die Mitte dieses Jahrhunderts, die Gesetze nach welchen die Richs 
ter zu verfahren hatten, aufgeschrieben; Bürger und Bauern Vers 
langten in Athen dasselbe. Man wollte wenigstens das Recht 
kennen, nach welchem man verurtheilt wurde, die gleichen Fälle 
mußten dann doch wenigstens nach derselben Regel beurtheilt wer: 
den, die Willkür mußte doch aufhören, wenn die Gesetze öffentlich 
aufgestellt, allen zugänglich waren. Diese Forderung wurde mit 
solchem Nachdrnck geltend gemacht, daß der Adel beschloß, derselss 
ben Rechnung zu tragen. Vier und zwanzig Jahre nachdem Tyrs 
taeos von Aphidnae nach Sparta gezogen war, um den Edelleuten 
am Eurotas vom guten Gesetz zu singen, im Jahre 620 wählte 
der Adel einen seiner Standesgenossen, den Drakon zum ersten 
Archon und ertheilte ihm Vollmacht, das bestehende Herkommen 
d. h. die Satzungen des Rechts, die Thesmoi, nnd den Gerichts; 
gebraueh anfzuzeichnen II. 
Die Kodifikation der attischen Gewohnheiten gab dem Dras 
U Paufc1U. lX, 36, 4. Die Zeit der Legislation Drakons bestimmt 
Busch. ed. A11cl1cr. auf das Jahr 1396 : 620 V. Chr. vgl. Clinto11. fasti 
hellen. ann. 6,21. 620. Ucbe1f;den Ausdruck s9sse1xxoi Hut. Solon. c. ,19.  
        

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