Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-97730
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-99433
Das 
System des 
Anaximandros. 
121 
des Festlandes zu zeichnen; er entwarf  wie es scheint auf eis 
ner ehernen Tafel  die erste Karte der ErdeiJ. Nach dem 
Vorgange des Thales versuchte er die Un1läuse, die Entfernungen 
und die Größe der Gestirne näher zu bestimmen. Die Schiefe 
der Ekliptik soll von ihm entdeckt und erklärt worden sein2J. Der 
Sonne gab er die höchste Stelle, ihr folgte der Mond, dann die 
Planeten, zunächst der Erde setzte er die Standsterne; jedes Ge: 
stirn wurde nach der Meinung des Anaxi1nander von seiner Sphäre 
getragen II. Den Mond soll er für neunzehn Mal größer, die 
Sonne für acht und zwanzig Mal größer als die Erde angenomi 
men haben J. Die Erde dachte Anaximander im Mittelpunkt des 
Weltganzen nnd durch den gleichen Abstand von dessen Grenzen 
schwebend; sie war ihm wie dem Thales unbeweglich II. 
Das Wasser für den Urstoff der Dinge zu erklären, schien 
dem Anaxi1nander unrichtig, jede bestimmte Materie mußte ja 
alle übrigen ausschließen; er suchte deshalb dem Wasser noch ei: 
neu einfacheren Anfang vorauzuftellen und kam auf diesem Wege 
dahin, nur den Stoff selbst, die Materie überhaupt als das Erste 
zu setzen. Dieser reine Urstoff war nach seiner Lehre unbegrenzt 
nnd unvergänglich und trug in sich selbst die Kraft der Bewei 
gnug und Entwicklung. ,,Der Urstoff umfaßt Alles nnd lenkt Ali 
lesHJ; er enthielt dynamisch bereits die ganze Welt. Aus die: 
fein Urstoffe entwickeln sich die besonderen d. h. die bestimmten 
Stoffe durch Ausscheidung 7J. Zuerst trennt sich das Warme und 
Kälte, aus der Mischnng des Warmen und Kalten entsteht das 
Fliissige, der Urschla1n1n, ,,der Samen der Welt,A womit Anaxii 
mander wieder in die Vorstellungen des Thalesr eiulenkt. Aus dem 
Fliisfigen wurde durch die Einwirkung, des Feuers,,welches das 
Weltganze kugelförmig wie die Rinde den Baum umgab, die Luft, 
das Wasser und die Erde, indem das Flüsfige theils durch die 
Einwirkung des Feuers zur Luft verdampfte, theils zum Schlamm,X 
dann zu fester Erde zufa1nmentrocknete, theils in die Tiefen der 
Milet Aeljau. var. hist. Z, 17. und die angegebenen Erfindungen suidas .4mEz. 
,umsc5zio; und Diesen. l.aert. l. c. Strabon p. 7. si1nplic. de coe1o 115.s 
V StWsbVU Ps 7i Dingen. LaeVk. 2, 1.  2J Plin. hist. natur. ils, 
8, 31.  Zu km. pt222. piii10s0p11. It, 15, H. H, 16. 3.  4; km. pIsc. 
 H. 20. L II: 25, 1. Doch variiren die Angaben hierüber; Zehe ZU: 
let Geschichte der Philosoph. der Griechen 1, S. 171.. 5jAkistok. eile coelo 
2, l3. suiJas .isssaEf,uayöz2u;.  O Arjst0t. l. c. Z, 4. Flut. plnl0s0pl1. 
place. I, Z, 4.  7J Ärisi.0t. pl1Ys. 1, 4.
        

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