Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-96808
Becken von 
Das 
SepharVaim. 
849 
den, an der Nordgrenze des eigentlichen Babyloniens lag die alte Stadt 
Sepharvaim. Bei dieser wurde a1n östlichen Ufer des Euphrat ein 
mächtiges Bafsin ausgegraben, welches dem künstlichen See des Ame; 
ne1nha nichts nachgab. Der Umfang dieses Wasserbeckens, welches 
durch Schleusen geöffnet und geschlossen werden konnte, soll vierhun; 
dertundzwanzig Stadien Cüber zehn Meile10, die Tiefe fünfunddreißig 
Fuß betragen haben. Die Einschnitte und Dämme, welche dieses 
Bassin bildeten, wurden an den Böschungen mit Brnchsteinen ausges 
setzt und die ausgegrabene Erde wurde zur Eindeichung des Euphrat 
benut;t1J. Berosos giebt diesem Bafsin sogar 40 Parasangen d. h. 
30 Meilen Umfang bei 20 Ellen Cgegen 34 FußI Tiefe und fügt hinzu, 
daß dessen Schleusen die ganze Ebene bewässerten. Mit dieser großen 
Anlage hingen andere Flußbauten zusammen, welche bei Arderrika 
ausgeführt wurden. Hier ließ Nebukadnezar dem Euphrat ein neues 
Bett mit starken Krütnmungen graben, entweder um die Gewalt des 
Stromes zu mindern und die Schiffarth ftro1naufwärts möglich zu 
II Busch. ehren. ed. Auch. P. 55. praep. evang. 9, 41. Diodor schreibt 
dieses Basßns wie alle Banwerke Babylons, mit Ausnahme der hängenden Gärten, 
wo er besser unterrichtet ist, der Semiramis zu. Herodot besä;reibt dasselbe Bafsm 
nnd hält niiht die Semiramis, sondern die.Ki5nigin Nitokris, welche fünf Ge. 
schlechter später gelebt habe, für dessen Urheberin. Denselben Herrscherin schreibt 
er die Arbeiten im Flnßbett des Euphrat, die Eindeiohnngen desselben nnd die 
Brücke über den Euphrat zu; 1, 184ss188. Er bestimmt die Zeit der Nitokris 
noch genauer dadurch, daß er angiebt, Kyros sei gegen ihren Sohn, der wie sein 
Vater Labynetos geheißen habe, ausgezogen nnd habe Babylon eingenommen. Wir 
wissen aber sehr bestimmt, daß von Nabopolassar bis zum Sturz des Reiches kein 
Weib über Babylon geherrscht hat. Herodots Kenntniß über das Reich von Bai 
bylon ist äußerst mangelhaft let erhielt, wie es scheint seine Nachrichten meist durch 
Perser; nnd beschränkt sich überhaupt auf diese beiden Namen: Nitokris nnd Las 
bynetos; denn er bezeichnet mit demselben Namen auch den Babylonier, welcher 
den Frieden zwischen den Medern und Lydern vermittelte CS. 798. N. U. 
Wie mit dem Labynetos einmal Nabopolassar, das andere Mal Nabonetos gemeint 
ist, so kann die Nitokris nur die Amytis, des Kyaxares Tochter, die Gemalin Nes 
bukadnezars loben S. 7981 fein. Gegen das ausdrückliche Zeugniß des Berosos 
bei Josephos und Eusebios können die Angaben Herodots nicht geltend gemacht 
werden, welche sich überdies dadurch erklären, daß die großen Bauten nun einmal 
Von einem Weibe, Von der Semiramis herrühren sollten. Von dieser Vorstellung 
ging Herodot bei seinen Etknndigungen in Babylon ans, und es war bereits ein 
Fortschritt, wenn er durch diese den Untersä;ied einer späteren banenden Königin 
Babylons, die zur Zeit der tnedischen Herrschaft ein Geschlecht vor dem Kyros 
gelebt, von der Semiramis ermitteln. Die Angabe. des Berosos Von dem Ums 
fange des Bassins, Cdieselbe Angabe findet steh bei D1odor 2, 9, nemlich zwölfhnns 
dert StadienI, ist so übertrieben, das; hierin die Notcz Herodots, der dem See 
einen Umfang von vierhnndertnndzwanzig Stadien giebt, entschieden den Vorzug 
verdient. Diodor a. a. O. giebt die im Text angenommene Bestimmung der Tiefe, 
welche nach dem armenifchen Enfebios 20 Ellen, nach der Pkaep. ovang., die ebenfalls 
den Abydenos eitirt, zwanzig Orgyien lhnndertnndzwanzig Fuß; betragen haben soll. 
Dnncler, Geschichte des Alterthnms l. S. Aufl. M;
        

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