Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-89050
74 
Menkera. 
ChUfn, 
Chafra, 
noch umnöglicher freilich, daß der erste Suphis drei und sechzig, der 
zweite Snphis sechs, und sechzig Jahre herrschte, wie die Lifte des 
Manetho will, wenn sie Brüder waren; daß nach ihnen Mykeri: 
nos, den Herodot wie Diodor den Sohn des Cheops nennt, wiederum 
dreiIund sechzig Jahre regiert habe, wie Manetho sagt. Wie die 
Brnderschaft verdankt die Gottlosigkeit des Chephren nnd Cheops 
der späteren Volkssage ihre Entstehung. Der Anblick der ges, 
waltigen Banwerke drängte den späteren Gcfchlechtern die Betrach: 
tung auf,4welche Arbeit, wie ungeheure Anstrengungen deren Errieh: 
tuug erfordert hätte. Diese Betrachtung floß mit dunklen Erinne: 
rnngen an die Herrschaft der Fremden, der Hirtenstän1me, welche lange 
auf Aeghpten gelastet hatte, zusammen, wie ein Zug in Herodots 
Erzählung deutlich genug verräth. Er versichert, daß die Aegypter 
kaum die Namen der Könige nennen wollten, welche die beiden 
großen Pyramiden gebaut; sie ne11nten sie Werke des Hirten Philitis1J. 
Nicht als Werke der Gottlosigkeit konnten dem Aegypter der alten 
Zeit Grab1näler erscheinen, welche gerade das, worauf das eifrigste 
Streben ging, dem Todten die sicherste und nnzerstörbarste Ruhestatt 
zu gewähren, in so emiuentent Maße verwirklichten, sie mußten ihnen 
vielmehr Werke großer Gottesfurcht sein. Unzweifelhaft ist es die 
ältere Tradition, die Tradition der Priester, wenn in den Listen des 
Manetho, in dem Auszuge des Afrikanos bei dem ersten, in dem Aus: 
zuge desiEusebios bei dem zweiten Suphis im griechischen Text wie 
in der armenischen Uebersetzung bemerkt wird, daß dieser Herrscher 
ein heiliges Buch verfaßt habe, welches die Aeghpter für einen großen 
Schatz hielten2J. Herodot und Diodor nennen den Erbauer der zweit: 
größten Pyramide, den Chephreu, den Nachfolger des Cheops; wir 
werden ihn vielmehr für den Vorgänger desselben zu halten haben. 
Ein Nachfolger, der ein großes Werk im Sinne hatte, würde sich 
schwerlich, die größte Pyramide vor Augen, gerade mit einer etwas 
kleineren begnügt haben. Der naturgeu1äße Gang ist vielmehr der, 
daß der NachfolgerIdas große Werk des Vorgängers durch ein größeres 
zu übertreffen sucht. Die zweitgrößte Pyramide, nach der ersten er: 
baut, würde in Anlage und Ausführung einen Rückschritt bezeichnen. 
Daß die Griechen zuerst nach dem Erbauer der größten Pyramide 
U Herod. 2, 128.  2J Daß die Excerptoren diese Angak;e des Manetho 
mit der Erzcihl11ug Herodots durch eine Si1mesäuderung des Köutgs in Ucberein. 
fti1mmIng setzen, stijt,zt die letztere nicht.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.