Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-88963
Die Seelenwander11ng. 
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Todten eingehe in ein Thier, welches zu derselben Zeit geboren werde. 
Mit dem Tode dieses Thieres gehe die Seele in ein anderes über, 
bis sie alle Thiere des Landes, der See und der Luft durchwandert 
habe, um dann wieder in einem Menschenleib geboren zu werden. 
Diese Wanderung durch sämmtliche Thierleiber werde in 3000 Jahren 
vollendet1J. Es ist möglich, das; Herodot nicht exakt berichtet, daß 
die Lehre, welche Phthagoras von der Wanderung der Seele nach 
c1cghptischem Vorbilde aufgestellt hatte, seine Auffassung von den Vor: 
stellungen der Aeghpter getrübt hat. Jeden Falls zeigen die Denk: 
male, daß die Leiber der Gerechten Ruhe im Grabe und Leben im 
Tode und Freude in der östlichen Sonnenheimat fanden. Nur die 
Seelen der Unreinen, welche nicht völlig verdammt wurden, konnten 
einer solchen Wanderung unterworfen gedacht werden, welche dann 
wol so lange währen mußte, bis die dadurch gereinigte Seele Auf: 
I1ahme beim Sonnengott finden konnte. Darauf scheinen Darstellnngen 
des Todtengerichts zu deuten, in welchen eine Seele in die Sau, die 
Sündengestalt der Gefräßigkeit verwandelt, von Anubis aus dem Saale 
des Todtengerichts gepeitscht wird. Eine Wanderung durch alle Thier: 
leiber können die Aegypter unmöglich angenommen haben, da ihnen 
das Wesen der Götter in den heiligen Thieren erschien, da die heilig: 
ften derselben ihnen sogar Jncarnationen ihrer Götter waren. War 
die Wanderung eine Strafe, so mußte dieselbe auf die unreinen Thiere 
beschränkt sein. In welcher Verbindung eine Seelenwanderung dieser 
Art und die Höllenstrafen für die Frevler standen, ob diese Qualen 
nur fiir solche eintraten, welche durch die Wanderung nicht zu bessern 
Waren, läßt sich nicht entscheiden. Auch die Inder glaubten an 
doppelte Strafen für die Unreinen: an Höllenqnaleu und an eine 
Wanderung durch Thierleiber. 
Das 
alte 
Reich 
Voll 
Memphis. 
König Menes Caeg. MenaI, welchen bereits Denk1nale aus dem 
Vkerzehnten Jahrhundert V. Chr. als den Gründer des aegyptischen 
Reiches bezeichnen, heißt in der Liste Manetho7ss ein Mann von This. 
This Laeg. Tcnj, ThinisJ lag wenig unterhalb von Theben. Diese 
NVtiz gestattet den Schluß, daß die Vereinigung Aegyptens zu einem 
II HErobot 2, 123. AriStot. de anima 
Duncer, Geschichte des Alterthums l. s. Aufl. 
vikgi1. 
Ae11. s, 
5
        

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