Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-95716
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Kkmmerier in Kleinafien. 
Die 
den Halys und drangen bis zu den ionischen Städten vor1J. Den 
ersten Einfall derselben setzen die Chronographen in die Zeit des 
Midas, welcher sich durch Trinken von Stierblut tödtete, oder zu 
Homers Zeit oder kurz vor dieses; Lygdamis aber drang mit einem 
eigenen Haufen bis Lydien und Jonien und eroberte Sardes, blieb 
aber in Kilikien3I. Kallisthenes Lein Zeitgenosse Aiexanders von Makeg 
donienJ sagt, daß Sardes zuerst von den Ki1nmeriern, nachher von 
den Treren, endlich von Kyros eingenommen worden sei. Die erste 
Eroberung bezeugt auch Kallinos. Zuletzt aber sollen die Treren 
unter Kobos von den Skhthen unter Madys ausgetrieben worden seiu4JU. 
Aus diesem Bericht erhellt, daß die Kim1nerier oder ein Theil 
derselben auch Tretet: hießen Lein Name, der außerdem als der eines 
thrakischen Stammes zwischen dem Skomios und Hebros am bistonii 
schen See genannt wird5J; daß sie mindestens zwei Einfälle in den 
Westen Kleinasiens unternah1nen; daß der zweite dieser Einfälle, weis 
then Strabon als den bezeichnet, welcher unter Lhgdamis7 Führung 
unternommen wurde, derselbe ist, welchen Herodot als den der Kimi 
merier bezeichnet. Dieser Einfall dehnt sich bei beiden Sdhriststellern 
über Sardes und einige griechische Küstenstädte aus5I , und Plutarch 
bezeugt die Jdentität des Einfalls der Treren unter Lygdamis mit 
dem der Kimmerier bei Herodot auf ältere Quellen hin ganz aus: 
driickliä97I. Justin nennt die Kimmerier einen Theil der Skythen, 
welche innerer Streitigkeiten wegen, geführt Von Jlinos und Skolos 
pitos, ausgewandert wären und sich an der Küste Kappadokiens nie: 
dergelassen hätten8J. 
Wenn Herodot angiebt, daß sich die Kimmerier da niedergelassen 
hätten, ,,wo jetzt die hellenische Stadt Sinope liegen, so müssen die 
Kimmerier vor der Gründung Sinope7s dort gewohnt haben. Wir 
wissen, daß die Stadt Sinope in den ersten Decennien des achten 
Jahrhunderts von Milet gegründet worden ist, daß aber im Jahre 
630 v. Chr. eine zweite Gründung nöthig war9J. Da nun der Eins 
1JStrabonp. 552.  2J Strabon p.20. 149. 57s.  :yStrabonp.61.ss 
4J Strabon p. s27. 647. p. et. Daß in dieser Stelle des Strabon, wo zum 
zweitenmale Madys genannt wird, mit dem Beisahe ,,der KimmerierH, statt dessen 
Z;sx5.9sk;k gelesen werden muß, wie Madys kurz vorher bezeichnet war, versteht steh 
von selbst.  5I Thukyd. 2, ge. Strabon p. 59. Theopomp. CKrag1n. 313. ed. 
Mue11erJ nennt sie Trares.  6I Herod. 1, 6.  7J Flut. Marias 11.  
VI JUstiU 2, 4.  9J Busch. arm. 1386. 1387. 1E1ioronym. iisd. ann.; vgl. 
scym. Cl1. 940sss952. 
        

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