Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-94900
Der Sturz der Derketaden. 
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etwa die Mitte ein; Beleus ist der sechzehnte. Nachfolger des Ninos. 
Hiernach würde der Sturz der Derketaden, der Anfang der neuen 
Dynastie auch etwa in die Mitte der Periode fallen, welche wir für 
das Reich des Ninos oben festgestellt haben d. h. um das Jahr 
900 v. Chr.1J.t Aber es giebt noch bestimmtere Anzeichen dafür, 
daß der Wechsel des Herrschergeschlechts um diese Zeit oder vielmehr 
noch vor dieser Zeit stattgefunden haben muß. In den Ruinen der 
siidlichen Stadt Ninive7s, zu Kalah, finden wir die Ueberreste der Pa: 
läste zweier Herrscher, welche zwischen dem Jahre 900 und dem 
Jahre 830 auf dem Thron von Afsyrien saßen, während die Burgen 
des Ninos und seiner Nachkommen unzweifelhaft in der nördlichen 
Stadt, in Ninive gestanden haben müssen. Ein eneue Dhnastie trachtete, 
nach der Weise des Orients, sich neue Wohnsit,ze und Königsburgen 
zu errichten, die die der älteren in den Schatten stellten. Weiter aber 
finden wir auch Von dem angegebenen Zeitpunkte ab das assyrische 
Reich mit neuer kriegerischer Kraft nnd in einer neuen Richtung 
i 
V M. Niebuhr Assur nnd Babelip. Ist seht den Dynastieweshsel erheblich. 
später, er hält Salmanassar für den ersten König der neuen Dynasiie, die er 
Assarakiden im Gegensatze zu den Derketaden, zur ersten Dynastie nennt. Zu diesem 
Ende muß Beletaras den Namen Sargana annehmen. Die wesentlichen Gründe 
für diese Auffassung sind die, daß in den Monnmenten Salmanassars kein König 
als sein Vater aufgeführt wird, das; sich wohl noch in Tiglat Pilesar aber in keinem 
Namen der Nachfolger Salmanassars eine Spur des Derketonamens findet, daß 
Beletaras Aufseher der königlichen Gärten genannt wird nnd Sargana Herr des 
Gartens bedeuten kann. Nichts steht fester in dersassyrischen Geschichte als der bei 
ständige Fortschritt nach Westen vonPhnl bis auf Sanheribs Zug gegen Jerusalem. 
Gerade in einer solchen Zeit konsianten Erfolges einen Wechsel der Dynastie anzns 
nehmen, ist am wenigsten indicirt. Dazu kommt, daß der erste jener drei Gründe 
Reh nicht als stichhaltig bewährt hat. Nawlinson C0ut1. p. 29J.Jsw1ll allerdings 
die Namen des Vaters und des Großvaters des Salmanassar gesunden haben; 
AS ist unzweifelhaft, daß Salmanassars Jnsehristen aus den Niicseiten der Res 
l1efplatten beständig von den Königen seinen Vätern sprechen sBrandis Gewinn 
S. 57J nnd wenn Sargana.Herr des Gartens bedeutet so wäre dieser Name 
wenigstens nicht der gewesen, den .Beletaras hatte annehmen müssen, nmfse1ne 
where Stellung vergessen zu machen. Ob der Name der DerketokAtergatis in 
TUTTI Pil2sar steckt, mag dahingestellt bleiben; keinen Falls wird in Abrede ges 
stellt werden können, das; das zweimalige Vorkommen des Namens Assardonpal 
cSardanapalJ im nennten nnd siebenten Jahrhundert dasiir spricht, daß diese beiden 
gleichnamigen Könige einer Dhnastie nnd gerade einer Dynastie, die Assar als 
Welt StI;nlzgott verehrte, angehört haben. Endlich wird man nicht leugnen können, 
VIII; der Name des siebzehnten Königs der ktesianisehen Liste PalebaresgBalatores kein 
anderer als der des Veletaras des Bion ist. Und zu welchem Zeitpnnlte könnte wahrs 
fciEk1Ilither eine Erneuerung der assyrischen Dynastie stattgefunden haben, als an 
dem von welchem abwärts die Erfolge in Shrien beginnen, von welchem die Reis 
k2EUfolge der Paläste zu Kalah, der Königspaläste überhaupt beginnt7 
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