Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-88868
Apis. 
MncVis und 
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ihm den Trank ein, das Thier aber lief ins Wasser und schwamm 
nach dem jenseitigen Ufer. Als noch ein anderer Fremder mit gleicher 
Opfergabe kam, nahmen die Priester dieselbe, umliefen den See nnd 
.reichten dem Krokodil auf gleiche Art die Gaben, nachdem sie es er: 
reicht hatten EIN. Herodot verschweigt so wenig als Diodor, daß die 
Aeghpter der übrigen Bezirke das Krokodil verfolgten nnd tödteten, 
aber jeder, der durch ein Krokodil n1ngekom1nen, werde von den 
Priestern des Nil Hauch der befrnchtende Fluß war den Aeghptern ein 
GottI da, wo er den Tod gefunden, in heiligen Gräbern bestattet. 
Kein Freund, kein Verwai1dter dürfe solchen Leichnam berühren, nur 
die Priester, ,,als wäre ein solcher Todter mehr als eines Menschen 
LeicheH2J. 
Wer absichtlich ein heiliges Thier tödtete, mußte sterben; geschah 
es ohne Absicht, so mußte der Thäter die Buße tragen, welche die 
Priester ihm auferlegten. Wer ein heiliges Thier todt erblickte, 
blieb in der Ferne stehen, wehklagte und betheuerte, daß er es todt 
gefunden. Starb eine Katze, so schoren die Hansbewohner die Augen: 
brauen; starb ein Hund, so rasirteu dieselben Kopf nnd Leib II. 
Starben die Tempelthiere, so tranerteu die Bezirke, um die heiligsten 
derselben ganz Aegypten. Diodor erzählt, daß angesehene Männer 
nicht selten hundert Talente, ja ihr ganzes Vermögen ans dieBeisetznng 
solcher Thiere verwendet, und die Monumente beweisen, daß Diodor 
auch hierin nicht Unwahres berichtet hat. 
Der größten Verehrung in ganz Aeghpten genoß das Rind. Der 
Stier war den lebensehaffenden Göttern, dem Ptah wie dem Ra und 
dem Osiris heilig, die Kuh den Göttinnen der Empfängniß und der 
Geburt, der Ne.ith, der. Hathor, der Jsis. Die Stiere, welche den 
Göttern dargebracht werden durften, erkannten die Priester an gewissen 
Zeichen; Kühe durften überhaupt nicht geopfert werdeu4J. In. der 
Stadt des Sonnengottes, in Heliopolis, wurde dem Ra ein hell: 
farbiger, weißer oder gelber Stier gehalten, Mnevis Caeghpt. Mnet7D; 
der Stier, welcher im Tempel des Ptah zu Memphis gehalten wurde, 
war schwarz. Er war durch gewisse Merkmale ansgezeiehnet und 
hatte im Tempel des Ptah ein eigenes Heiligthu1u6J.  Er mußte 
einen weißen Fleck auf der Stirn, ein Gewächs unter der Zunge, 
.1J Strabon p. s11.  2J Herod. 2, 148. 70.  Z; Dieb. 1, 8:z flgde. 
Herod. 2, 66.  4J Hyrod. 2, 88ss41.  5J Strabvup. 8o5. Die Deukmale zeigen 
den Mncvis gelb; vgl. Lepfi11s Ehronologic S. 50.  O Herod. 2, 153.
        

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