Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-94159
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Die RiifIung 
der Philister. 
Die Fürsten der Philister waren entschlossen, die Erhebung der 
Jsraeliten mit dem Aufgebote ihrer gesammten Macht zu unterdrücken. 
stehen ist, 1vsnn der Sah: Wer sind die,,welihe sagten, Saul sollte überaus 
herrschen7 als. ein negativer Fragsatz Csollte Saul über uns herrschen; 
gefaßt wird. Die zweite Relation steht Kapitel S und Kapitel 10, 17s25. 
Nach dieser kommen die. Aeltesten Jsraels zu Samuel und sagen ihm, daß 
er alt sei und daß seine Söhne das Recht beugten, er solle ihnen nun 
,,einen König sehe11C Dem Samuelsmißsällt dies Verlangen, ebenso dem Jehova, 
welcher zu Samuel sagt: ,,nicht dich haben sie verworfen, sondern nächst. Jndef; 
gebietet Jehova doch dem Samuel, daß er dem Volke gehorchen und es nur vors 
her verwarnen möge. So schildert denusSatnuel den Jsraeliten die traurigen 
Folgen des Königthums, schickt das Volk nach,Hause,, läßt es dann wieder nach 
Mizpa zusainmenkommen nnd nach den Stämn1eu und Hausen sich aufstelIen. 
Nun wird das Los geworfen und trifft den Stamm Venjamin, danach im Stamme 
Venjamin das Geschlecht Matri, welchem Saul angehörte, endlich wird Saul 
selbst getroffen. Saul ist zuerst nicht zu finden, er hat sich beini Gerä1he vers 
steckt. Endlich sagt Samuel zum Volke: ,,Sehet ihn, den Jehova erwählt, denn 
keiner. iftstvie er im ganzen Volkett. Da schrie das Volk: ,,Es lebe der KöniglU 
Diese Erzählung leidet sichtbar an vielen Widersprüchen, des Widerspruchs mit 
der oben bezeichneten Relation nicht zu gedenken. Die Aeltes1enJsraels verla1igeii 
aus Gründen einen König, welche der Noth des Augenblicks nicht entsprechen und 
z. B. auf Eli7s Zeit und dessen nngerathene Söhne ebenso passen wie ans die Zeit 
Samuels. Sie sprechen nicht von der Herrschaft der Philister und dem Einfall 
der Ammoniter, sondern motiviren ihr Verlangen durch Besorgnisse vor der Zug 
kunft, daß Samuel alt sei und seine Söhne das Recht beugten. Wie kamen sie 
weiter dazu, von Samuel. einen König zu verlangen, welchen sie selbst zu wählen 
das Recht hatten, wenn sie das Voll zur Zustimmung zu ihrer Wahl brachten7 
Die Männer von Juba wählen und salben nachher David zum Könige des Stams 
wes Juba CSam. I1, 2, its und ebenso die Aeltesten von Israel CSam. II, 5, Z; 
vgl. Könige I, 12, 1. 20. I1, 14, 21s. DciSiDenteronomion erkennt das Recht 
des Volkes sieh selbst einen König zu setzen ausdrücklich an; und die Bücher der 
Könige zeigen daß es auch in der Praxis bestand; s. unten. Endlich wird Kai 
pitel 12, 12 gegen diese Darstellung wieder zugegeben, daß der Einfall der Ammo: 
niter das Königthum hervorgerufen habe; Dann schildert Samuel die Folgen des 
Königthums in einer Weise, wie sie eine Zeit empfinden kann, welche lange unter 
dem Despotismus geseufzt is, 10s18s, keineswegs eine Zeit, welche mehr als zu 
lange unter einer wilden Anarchie gelitten hat. Jehova mißbilligts das. Verlangen 
der Juden, aber trotzdem weist er Samuel an, ihnen zu willfahren, ja er bezeichnet  
ihnen dann, wie Samuel verkündet, selbst einen König. Dasselbe Thema wird 
dann im 12. Cap.s noch einmal, im Zusammenhange der Erzählung ganz uc1motivirt 
wieder aufgenommen. Samuel läßt sich vom Volke, nachdem das Königthum eins 
gesetzt ist, ein Zeugnis; für die Jntegrität seiner Sitten und seines Rechtsfpruihes  
,ausstellen. Er beweist den Jsraeliten, daß sie gesiindigt haben, indem sie ßchieinen. 
König. gelebt haben. .Die Art der Erwählung ist endlich für die Zeit und die 
Umstände der Jsraeliten ganz undenkbar. Wie sollte man daraus gekommen sein, 
das Loos über die Stämme, die Geschlechter nnd endlich über die einzelnen Männer 
des herausgeloosten Geschlechts zu werfen, um in solcher Zeit den rechten König zu 
f1ndenP Blöde Knaben, die sich bei den Geräthen versteckten, waren schwerlich zu 
bM11cten. Am wenigsten aber hatten die Jsraeliten Ursache, die TM, WEkkhe alle 
VeVh.HkkUksse von ihnen forderten, durch welche allein die Auarchie und der Parti: 
k1IIMVMU9 ihres Staatswesens zu überwinden war, zu bereuen.s Die dritte Res 
lation findet sich Kqp. 9 und 10, ists. Hier. ist Saul jung und schön und 
geht ans, Efelinnen feines Vaters, zu suchen, welches sich verlaufen haben. Er
        

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