Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-93675
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Die Mariae. 
gaben das trefflichste Bauholz, das auch im Salzwasser von under: 
wüstlicher Dauer war. Wie stark die Phoeniker diese Wälder im Laufe 
eines Jahrtausends für ihre Schisfsbauten, für ihre Palast: und Tempels 
bauten wie für die Ausfuhr in Anspruch nahmen, sie boten noch im drit: 
ten Jahrhundert V. Ehr. ein unerschöpftes Material, dessen Größe und 
Schönheit die Griechen bewunderten1J. Das älteste Schiff der Phoei 
niker, welches als Handelsschiff bei ihnen stets in Gebrauch geblieben 
ist, war der Gaulos, ein Schiff mit hohem Bug und Spiegel, die 
beide gleichförmig abgerundet waren. Es wurde durch ein großes 
Segel und zwanzig bis dreißig Ruderer bewegt. Zu dem Gaulos 
trat der, lange und schmale Funfzigruderer, der zugleich als Handels; 
und Raubschiff wie als Kriegsschiff diente, und nach der Entdeckung 
des Silberlandes der große bewaffnete Kauffahrer, das Tarsisschiff. 
Das Tarsisschisf zählen die Propheten der Hebraeer unter den Ding 
gen auf, die den Menschen als die größten und merkwürdigsten er: 
scheinen; Ezechiel Vergleicht Tyros selbst mit einem stolzen Pracht: 
schiff des Meeres. Wir erfahren, daß die großen Transportschiffe, 
die großen Kaufsahrer der Phoeniker und .Karthager außer der Be: 
mannung 500 Menschen an Bord nehmen konnten. Die besten 
Schiffsbauer waren die Byblier, die besten Rnderer die Sidonier und 
Aradier. Wie die Maste so bestanden auch die Kiele, selbst die der langen 
Schiffe aus einem Cederbalken; die Ruder waren Eichenholz, weis 
ches die Eichenwälder der Hochfläche von Basan lieferten. Als die 
Griechen, seit der Mitte des achten Jahrhunderts Konkurrenten der 
Phoeniker auf dem Mittelmeer, die Triere erfanden Cum 725J, nahmen 
die Phoeniker diese Erfindung an; schon um das Jahr 720 besaßen 
sie Trieren Es. untenJ. Aber die phoenikische Triere mit hohem Bord 
und hohem Spiegel war schwerer zu handhaben als die leichter ges 
baute der Griechen. Dagegen bewundern die Griechen die strenge 
und piinktliche. Ordnung, am Bord der phoenikischen Schiffe, die glücks 
liche BenuSung des kleinsten Rau1nes, die Genauigkeit in der Vers 
theilung der Belad1cng, die Erfahrung, Umsicht, Thätigkeit und Sicher: 
heit der phoenikischen Steuerleute und Offiziere, die größere Segel, 
und Ruderkraft der phoenikischen Schiffe; selbst gegen den Wind 
Wüßten die Phoeniker zu segeln, selbst bei stiir1nischer Jahreszeit mach, 
ten sie glückliche Fahrten. Während die Griechen nach dem mehr in 
Diod. 
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