Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-93553
524 
Die Ophirfc1hTks 
20,000 Bath Wein nnd Oel1J, sondern überließ ihm auch zwanzig 
Orte, welche dem Gebiet von Tyros zunärhst lagen, nnd gewährte 
dem Handel von Tyros Schuh nnd Förderung. Indem Salo1no 
weit ostwärts von Jerusalem in der Oase der Palmen in der syri: 
schen Wüste die Stadt Thadmor erbauen ließ, erhielten die Kam: 
wanen welche von den Städten der Phoeniker an den Euphrat zogen, 
einen Stations; nnd Ruhepunkt, an welchem sie vor den ränberischen 
Stäm1nen der Wüste sicher lagern konnten. Wichtiger war, daß 
Salomo, dessen Herrschaft nach der Unterwerfung der Edomiter bis 
an die Ostspi1ze des rothen Meeres reichte, dem König Hiram ge: 
stattete, an der Küste des Busens von Akaba, zu Eziongeber, dem 
Hasen der Stadt Elath, Schiffe bauen zu lassen und hier eine phoe: 
nikische Niederlassung zu griindeu. Es war die Absicht der Tyrier, 
statt des Karawanenverkehrs mit dem glücklichen Arabien eine Seever: 
bindnng zu eröffnen, über Arabien hinaus in das indische Meer vor: 
zudringen, um dort die Erzeugnisse selbst einzutauschen, welche sie 
bisher nur durch indirekten Verkehr von der Siidkiiste Arabiens oder 
vielleicht auch auf dem Landwege über Babylon erhalten hatten. Bald 
waren die tyrischen Zimmerleute mit einer Anzahl großer Schiffe, 
welche nach dem Muster der Tarsisschisse für weite Fahrten einige: 
richtet wurden, sertig2J. Von Knechten Salomo7s begleitet segelten die 
Tyrier dreist in das unbekannte Meer hinaus. Erst nach drei Jahren 
kehrte die Expedition zurück; ihre Schiffe waren mit den köstlichsten 
Produkten Indiens, mit Gold, Edelsteinen, Sandelholz, Elsenbein, 
Affen nnd Pfauen beladen; ans Salo1no7s Gewinnautheil kamen 
420 Centner Goldes3J. Die indische Küste war wirklich entdeckt 
worden, die Phoeniker waren in der Nähe der Jndus1nündnngeu 
gelandet, in einer Gegend welehe sie Ophir nannten; es war die 
Küsteustreeke welche die Abhira d. i. die Kuhhirten inne hatten. Der 
Verkehr mit der indischen Küste wurde seitdem regeln1iißig unter: 
halten4J. Mit diesen Ophirsahrteu erreichte der Handel der Phora: 
niker seine größte Ausdehnung; er erstreckte sich nun vom Indus bis 
zur Küste Britaniens. 
11 Könige l, 5, 11. 9, 12. 13. Chronik 1I, 2, 10.  23 Könige I, 9, 20. 
 S; Könige J, 10, 1t. 12. 22. Vgl. Chronik 1l, S, 18. 9, 1o. 11. 21. F. 
4I Laffen, iUdisshe Alterihnm5knnde 1 S. 538. Beicfey ist der Meinung, daß der 
LauduUgSpIAh der Phoeniker etwas weiter südlich zu Mhe11 sei; er führt Ophir 
auf den Namen eines KüsIenstrichg von Gnzucate zurück, weldher Supparq CSophik; 
heißt; Benfey, Jndien in der Eucycl. von Etsch nnd Grubcr S. 25. Vgl. Bd. 1I.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.