Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-93486
Die 
Säulen des 
Melkart. 
517 
Wenn die Phoeniker im zwölften Jahrhundert Sicilien nnd 
Sardinien zu entdecken, um das Jahr 1100 den atlantischeu Ocean 
aufzufinden vermochten, so muß ihre Seefahrt, um so weite und 
gefahrvolte Entdecknngsreifen unternehmen zu können, bereits damals die 
Uebung von Jahrhunderten hinter sich gehabt haben. Der Horizont 
der griechischen Seefahrer endete noch im nennten Jahrhundert in 
den Gewässern Siciliens. Und wenn die Phoeniker vor dem Jahre 
1100 die Küsten Siciliens, Sardiniens, Nordafrika7s mit ihren 
Pflanzstädten befeHt haben, so muß ihr Handel schon vor dieser 
Zeit ein sehr ausgedehnter und gewinnbringender gewesen sein; der 
Markt, welchen die Rohprodukte, die Metalle des Westens in Syrien 
und Aeghpten, in Asshrien und Babhlouien fanden, muß ein ausge: 
dehnter,s die Nachfrage eine sehr lebhafte gewesen sein, wenn deren 
Aufsuchung so weite Fahrten, so entfernte Griiudungen lohnte. Noch 
im fünften Jahrhundert V. Chr. dauerte die Fahrt von der phoeni: 
kkschen Küste zu den Säulen des Herakles achtzig Tages. Der 
wunderbar mächtige Anblick des Felsenthores, welches den Wellen des 
Mittelmeeres den Weg zu der unabsehbar swogenden Wassermasse 
des atlantischen Oceans öffnet, konnte den phoeuikischeu Seeleuten 
den Glauben geben, in diesen beiden Bergen die Säulen gefunden zu 
haben, welche das Ende der Erde bezeichneten9J; in dem endlosen 
Ocean hinter diesen erkannten sie das .Abendmeer in welchem ihr 
Sonnengott zur Ruhe ging. So oft die phoenikischen Schiffe durch 
uUMI7 den phoenikisehen iGeschikhten sei Utica 287 Jahre vor Karthago gebaut works 
den.H Die Griindnngsangaben siir Karthago Variiren zwischen 894 nnd 752, s. unten. 
Aber Mc; hierdurch ist Vetleju6 bestätigt; am meisten freilich dadurch, daß unt 
TM Jahr 1000 die Ophirfahrt von den Phoenikern unternommen ward. Strabon 
Ps 48 letzt die ersten Niederlassungen der Phoeniker in Asrika nnd Spanien kurz 
Weh dem troisehen Kriege. Der Name, mit welchem die Phoeniker das Thal des 
GAVakqnivir benannten, war Tarßs Lin griechischer Form TarseIonJ. der Ver Eins 
wohmV TAVfTtAe, wie ans dem zweiten karthagischen Vertrage bei Polhbios is, 24J 
skheklt. Die Griechen nannten Land nnd FlußiITartessos, sie versetzten hierher als 
M den äußersten Westen den Eingang in die Untertvelt und ließen ihren Herakles 
bis zu den Säulen ziehen nnd diese errichten indem sie die Säulen des tyrisdben 
Gottes Melkart zu den Säulen machten, ,welche ihr Herakleö als Malzeichen 
seiner Züge hier aufgerichtet habe. Hierher der Tartessosmiindung gegenüber, 
TPUrde dann auch die Insel Erhtheia versetzt,,anf welcher die Rinderheerden des 
sDeIlvs idem Riesen Geryvne6 bewacht werden sollten LStrabon p. 148z;  nri 
fPV1k1IgkChs TO lange den Griechen das adriatische Meer das Westende der Erde 
wars hatte Erhtheia an der Küste von Epeiros gelegen. Spiiterhin heißen die Eins 
wvhner Turti und Turdetani die Landschast Tnrdetanien nnd Baetikas Movers 
Kolonien S. 594. , , 
II SO.V1i pekipI. c. no.  .2; Vgl. Jercmias 10, 12.
        

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