Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-93398
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Städte der Phoeniker auf Kreta. 
bunt und verworren die Sage von Minos erscheint, sie birgt eine 
wichtige Thatsache der phoenikischen, eine der ältesten und bedeutend: 
sten der Geschichte der Hellenen; die Herrschaft des Minos ist der 
Ausdruck der alten Ansiedlungen, der alten Herrschaft der Phoeniker 
auf Kreta, im aegaeischen Meere. 
Die Sage der Griechen legte ohne Zweifel den Sitz des Minos, 
den Dienst der Ariadne in die älteste oder in die bedeuteudste Pflanzi 
stadt der Phoeniker auf Kreta. Wir werden demnach Knossos auf der 
Nordkiiste für die hervorragendste Ansiedlung derselben zu halten 
haben; sie heißt bereits bei Homer ,,die große, die weite StadtU. Auch 
der Hafen von Knossos Machanath d. i. das Lager, bei den Griechen 
Panormos bezeugt die Anwesenheit der Phoeniker, wie die Stadt 
Minoa und der Hafen Phoenix. Jtanos auf der Ostspitze von Kreta 
ist ausdrücklich als eine Pflanzuug der Phoeniker bezeichnet. Auch der 
Name des Flusses der bei Kydouia ins Meer fällt, Jardanos d. i. 
Jordan wie der Name des Vorgebirges Drepanon bezeugen wie die 
Kulte und Münzen von Gorths und Phaestos die Anwesenheit der 
Phoeniker1J. 
Wie Minos die Personifikation der phoenikischen Ansiedlnngen, 
des phoenikischen Lebens für Kreta ist, so Kadmos für die Inseln 
Thera und Thasos. Wenn in der Gestalt des Minos das wechselnde 
Wachen und Ruhen, das Leben und Sterben des Gottes iMelkart, 
der Schutz des Rechts und der Ordnung, die diesem oblagen, hervor:. 
tritt, so sind es die Wanderungen dieses Gottes, das Suchen der 
Mondgöttin, neben den Beziehungen desselben aus die Seefahrt, die 
Baukunst, den Bergbau, welche die Sage der Griechen in der Gestalt 
des Kadn1os hervorhebt. In den homerischen Gedichten heißen die 
Bewohner Thebens Kad1neer; des Kadmos Tochter ist eine Göttin 
des Meeres, Leukothea die weiße Göttin, welche dem Odysseus die 
Binde reicht, die ihn sicher durch die Stur1nbewegten Wogen trägt9J. 
Die Thebais preist die .,göttliche Weisheit9 des Kadmos, seine goli 
denen Becher und seinen silbernen Tisch. Nach den hesiodischen Ges 
dichten führt der hochherzige Kadmos die Tochter des schildspaltenden 
Ares und der goldenen Aphrodite, die Harmonia heim3J. Pindar 
seiert den gottgleichen Kad1nos, den reichsten der Sterblichen, welchem 
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I; Stralsou p. 475. Herodot 
s33.  Z; Theosg. 937. 975.  
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