Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-93070
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Die WasserIäufe. 
weder der systematische Angriff noch der Sturm zu fürchtest; der 
Feind war auf die schwierige Blokade einer so großen Enceinte zuriickss 
gewiesen, und daß diese den Belagerten nicht leicht vcrderblich werden 
konnte, dafür sorgteu die in der Enceinte befindlichen Aecer und 
Weiden, dafür sorgte in NiniVe der die Westseite der Stadt bespüs 
lende mächtige Strom, welcher die Verbindungen offen hielt. Er 
machte eine vollständige Einschließung so gut wie unmöglich. Wenn 
auch die Mauern des alten Babylon, welches sich an den Euphrat 
lehnte wie Ninive an den Tigris, den Herrschern Assyriens Vorbild 
und Fingerzeige für den Werth und die Art starker Befestigungeu 
gegeben haben, als Erfinder des Befestigungssystems welches Ninive 
sicherte, sind dieselben jedenfalls zu betrachten. Unter welchen Mos 
difikationen und Verbesserungen Nebukadnezar, der die Festungswerke 
Ninive7s sehr genau kennen zu lernen Gelegenheit gehabt hatte, dieses 
System in Babylonien zur Anwendung brachte, werden wir weiter 
unten erfahren. Die Geschichte Asshriens bezeugt, welche Stütze 
dasselbe in dieser seiner Hauptstadt besaß, und ihre Festigkeit erklärt 
besser als jene Bemerkungen Diodors über die Regierungsweife der 
assyrischeu Könige, welche wir oben  443J mitgetheilt haben, die 
für ein auf Eroberung gegründetes Reich im Orient außerordentliche 
Dauer der assyrischeu Macht durch ein halbes Jahrtausend. Es war 
die Festigkeit der Hauptstadt, welche Asshrien im Jahre 633 Vor den 
Medern rettete, sie ließ das Reich den Sturm der Skhthen übers 
dauern, sie setzte den letzten Herrscher desselben in den Stand, den 
vereinigten Kräften der Meder und Babylonier drei Jahre hindurch 
zu widerstehen. Und nicht den: Feinde, den Flutheu des Tigris sind 
die Mauern NiniVe7s erlegen.  
Der Tigris. im Westen, der Zab CLhkos, ZabatosI im Süden, 
dessen Nebenfluß der Ghasr:su CBumodosJ im Osten, endlich der Bach 
Khosr im Norden bilden eine von Wasserläufen umgebene Landschaft, die 
nur im Nordosten ohne solchen Schutz war. Aber hier zog eine ansehn: 
liche Höhe von der Quelle des Khosr südöstlich zu1nBumodos hinüber. 
Dieses mitten im Stammlande gelegene, von drei bedeutenden Wasser: 
länfen und einem Höhenznge gedeckte Gebiet haben die asshrischen Fürsten 
zur Vertheidigung ihrer Hauptstadt zu Verwenden und zu benutzen vers 
standen. Die beiden Trümmerhügel, welche dem heutigen Mosul 
gegenüber am andern Ufer des Tigris emporsteigen  auf dem nörd2 
lichen liegt das Dorf Kujnndschik, auf dem anderen vom Dorfe Nie
        

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