Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-92882
eine Dynaftie arabifchen Ursprungs gefolgt. Sie gab dem Reich neun 
Könige, von deren Thaten wir nichts erfahren,Awenn uns auch sechs 
Fürsten dieses Geschlechts: Mardokentes, Mardakos, Sisimordakos, Rai 
dem Synkellos beträgt die Gesammtsumme der Jahre der medischen Herrscher 148; 
und wenn die Summe der Rcgierungszeit der deii Königen Herodois entsprechenden 
vier letzten Könige des Ktesias nur Ho Jahre beträgt, so liegt der Unterschied 
darin, daß Herodot dem Dejokes Eis, Ktesias demselben Herrscher sArta,eosJ nur 
vierzig Jahre giebt, während Herodot dem Asthages Bd, Kteßas aber Cwie wir 
oben annehmen mußten; demselben 38 Jahre gab. Von König ;5ryaxares, unter 
welchen der Einfall und die Herrschaft der Skhthen fällt, sagt Herodot ausdriictith, 
daß er vierzig Jahre herrschte, die Jahre eingeschlossen, in welchen die Skythen 
herrsihten. Da der Eindruck; der Skhthen die Meder hart betroffen und in ihrem 
Aufsteigen unterbrochen hatte, wollte Herodot die Zeit ihres Einbrurhs, um nicht 
offenbar Unrichtiges zu behaupten, von der Zeit der Mederherischaft trennen und 
stellte darum die 28 Jahre der, Herrschaft der Skythen, die Herodot nicht aus der 
n1edisihen Königsliste, die er überhaupt nicht von den Medern. sondern aus der 
Tradition der Skoloteit am Poiitos erhalten hatte, völlig sachgemäß neben die Herri 
schaft der Meder. Dieser ganz nattirliä;e Ausweg erscheint mir seinen: chronologii 
schen,Syßem, der Summe seiner Einzelpof1en der Regiemngen der inedifchen Kös 
nige gegenüber um so begriindetcr,.als man anderen Falles annehmen müßte, daß 
für Herodot selbst die 520 Jahre der Herrschaft der Assyrer ohne bestimmten Endi 
punkt in der Lust gestanden hätten. Dies aber ist der Punkt, um den es sich auch 
für uns handelt. Es kommt nicht darauf an, das Jahr zu finden von welchem 
abwärts Herodot die Herrschaft der Meder rechnete  wir können dieselbe doch 
immer erst erheblich später von der Einnahme Ninive7s an datiren, was dann bis 
zum Sturze des Aßyages nur 48 Jahre für ihre Dauer ergeben würde  sondern 
das Jahr in welches Herodot ihren Abfall von Assyrien setzte. Für diese Rechs 
nung geben die 150 Jahre der selbstständigen Könige Medieus den unzweifelhaft 
sichern Anhalt, und es kann sich demnach nur noch darum handeln, ob jene Diffes 
renz von sechs Jahren.diesen hinzugefügt, das Jahr des medischen Abfalls von 
Asfhrien erreicht, ob das Jahr 714 für diesen Abfall festgehalten werden kann. Das 
Zeugnis; der hebraeiseheu Quellen, daß,König Salmanasfar im Jahr 719 die rings 
geführten Jsraeliten in die Städte der Meder verpflanzte, während Assarhaddon 
die Weggefiihrten nicht mehr in die Städte der Meder sondern nach Sinear nnd 
Elam bringt; das Zeugnis: des Josephos cantiq. X, 2, 2J welcher nachdem er den 
Zug Sanheribs gegen Jerusalem und Aeghpten und die Krankheit des Königs 
Hk8kiU8 Wählt hsk, fVVtfEIhVt: ,,Jn dieser Zeit geschah es, daß die Herrschaft der 
Assyrer von den Medern aufgelöst wurde0, und dieser Notiz die Gesandtschaft Mc: 
rodach Baladaus von Babylon nach Jerusalem folgen läßt, die nach dem astrono: 
mischen Karten in die Jahre 704iss702 fallen muß, vgl. Busch. p. 18. ed. Auchgk; 
lassen die Wahl zwischen den Jahren 714 und 7os frei, ohne das erste unmöglich 
zu machen. Nach der Zeitreihe der Könige von Juba fällt der Zug Sanheribs 
gegen Jerusalem und Aegypten in das Jahr 712 oder 711. Hiernach wie nach 
Herodots Einzelposieu muß festgehalten werden, daß das selbstständige medische 
KdUigthum im Jahre 70s v. Chr. begonnen habe, das; der Ausstand der Meder 
entweder mit diesem JAhTE zUsa,WUIEIl Oper etMgF Jahre früher fällt. Daß der 
Shnchronismns mit den aegyptischen Dingen, mit König T1rhaka nicht unbedingt 
nöthige, den Zug SanherihS, gegen JeV11sC1JEM Auf III herunterzusetzen, und 
welche anderweiten Sä;tviei1gkeiten sikh Fuss Dieser Herabsetzung ergeben, ist oben 
CS. 210 N.s bereits angedeutet und wird unten nahe: ausgeführt werden. 
Eine andere Berechnung fÜV die Zeit des Ninos, für welche J. Brandis den 
Weg gewiesen hat, kann ihren Ausgang von dem Stanimbaum der lydifchen Hei 
rakliden, von der Angabe Herodots nehmen, daß Herakles etwa 9o0 Jahre vor
        

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