Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-92543
Die Dynasück der 
und Midas. 
Gordiog 
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Phrhgiens die Stadt Gordiuteichos1J; im Norden ostwärts von,Gorg 
dion Ankhra; zu Pessinus aber am Abhange des Berges Agdos ers 
baute er der Göttin Phrygiens einen Tempel und ordnete die Opfer, 
welche den Göttern gebracht werden sollten2J. Ferner weist, wie der 
Name des Orts Manegordum Cbei AnkhraI auf den Gordios, die 
Stadt Midaeon auf den Midas zurück. Die Münzen von Midaeon 
und Prymnessos zeigen das Bild des Midas3J. Nach der Sage der 
Griechen war Midas der reichste Herrscher welcher je gelebt. Alles 
was er berührte, verwandelte sich in Gold. Den Goldsand, welchen 
der Paktolos führte, erklärten die Griechen dadurch, daß König Midas 
einst in diesem Flusse gebadet.  
Es ist ein eigenthümlicher Zug der phrhgischen Sage, daß das 
Königthum aus dem Bauernthum hervorgeht. Auch die griechische 
Sage legt dem Midas trotz seines Reichthums eine bestimmte Vor: 
liebe für die Hirtenpfeife bei. Diese Züge hängen offenbar damit 
zusammen, daß die Phryger beim Hirtenleben und beim Ackerbau, zu 
welchem sie im Thale des Sangarios frühzeitig gelangten, stehen ges 
blieben sind. Der Ursprung der ältesten Städte des Landes, die 
Ordnung des Kultus mußte selbstverständlich an die Namen der ältesten 
Könige geknüpft werden. Die homerischen Gedichte kennen die Namen 
Gordios und Midas nicht; sie lassen die Phrhger von einzelnen Häupt: 
lingen beherrscht werden. Trotzdem ist schwerlich zu bezweifeln, daß 
mindestens der Westen Phrygiens, namentlich das Thal des Sangag 
rios frühzeitig einer Dhnastie gehorchte, welche ihre Ahnherren in 
König Gordios und Midas sah und sich wechselnd nach diesen beiden 
Namen nannte. Der erste König der Phrhger, von welchem wir 
Bestimmteres wissen, war ein Midas, Sohn des Gordios, der in der 
ersten Hälfte des achten Jahrhunderts v. Chr. auf dem Thron von 
Phrhgien saß. Er weihte den Sitz, auf welchem er Gericht zu halten 
pflegte, ein sehensiviirdiges Werk, wie Herodot sagt, nach Delphi. Als 
Phrhgien von dem großen Einfall der Kimmerier heimgesucht wurde, 
gab er sich selbst den Tod, indem er Stierblut trank. Von einem 
dritten Midas, der in der ersten Hälfte des sechsten Jahrhunderts 
Phrhgien beherrschte, erfahren wir nur, daß sein Grab mit dem Bild: 
niß einer Jungfrau aus Erz geschmückt wurde, daß ein Grieche, 
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