Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-92359
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Kultus der 
Kappadoken. 
der an die Kabirim, die Götter der Phoeniker erinnert. Der Name 
der Göttin Menesscheiut den Namen verschiedener Orte und Gebiete 
Kappadokiens zu Grunde zu liegen. Der Hafenort Sinope7s führte 
den Namen Armene CBerg der MeneJ, das Gebiet um die Stadt 
Amisos hieß Saramene, am Halhs lagen die Landschaften Ximene, 
Morimene, KammameneiD; ja vielleicht, sind auch die Namen der 
beiden gleichnamigen Orte, an welchen die beriih1ntesten Tempel dieser 
Göttin standen, Komana am Jris und im Süden Kappadokiens Ko; 
niana am Saros, wie die Stiidtenan1en Mazaka und Maftaura aus 
die Göttin Ma zurückzuführen. Die.Sehristen der Hebraeer nennen 
eine Göttin der Babylonier Meni2J, während andere die Mene als 
eine Tochter des Herakles von Thros, des Melkart bezeichnen3J. Die 
Münzen von Sinope zeigen eine weibliche Gottheit in Waffen; die.Le: 
genden derselben geben zugleich den Namen Baal4J. Die Abendländer 
bezeichnen die Göttin von Komana als eine Kriegsgöttin, sie nennen 
sie Enyo, Bellona; bei Strabon heißt sie Arte1nis. Wenn sie dadurch 
als Göttin des Mondes bezeichnet ist, so hebt Plutarch diese Bezie: 
hung noch besonders hervor3J. Wir erfahren, daß die Zahl der Hie: 
rodulen sowohl zu Komana am Saros als zu Komana am Iris 6000, 
zu Venasa 3000 betrug, welche in den Tempelgebänden wohnten und 
der Göttin leibeigen waren6J. Von Komana am Iris erzählt Stra: 
bon, daß die Stadt wohl bevölkert sei, aber die Einwohner seien 
weichlich, die Mehrzahl bestände aus Begeisterten und Verziickten, auch 
sei eine Menge von Mädchen dort, welche mit dem Leibe dienten, 
von denen die 1neisten dem Tempel geweiht seien7J.. Dieser Tempel 
der Ma war der älteste, heiligfte und reichste im ganzen Lande, nnd 
Mithridates setzte noch im letzten Jahrhundert v. Chr. die ganze 
Bevölkerung Kleinasiens in Aufregung, indem er aussprengte, die 
Römer kämen nach Kleinasien, um dieses Heiligthum zu plündern. 
Der Oberpriester desselben war durch die Meinung des Volkes der 
erste nach dem HerrscherVJ. Zweimal im Jahre wurde hier der ,,Aus: 
zug der GöttinH d. h. eine große Prozession abgehalten, bEi welcher 
der Priester die Zeichen der königlichen Würde trug. i,Zu diesen Festen 
 
II Strabou p. 534. 54o, 547. del.  D Jesaias es, 11. Die Sept. 
TIbeVfCdE11 Judas.  Z; Movers Phoenizier I, 649.  4J Blau, Beiträge zur 
phoenik. Münzkunde 2, 19. Ueber SanabiSinope das. 12.  5; P1u:. sum: e. g. 
Diobvr 2, 45. Hiktius, de bello A1cx:1ndr. c. Cis.  CI StMboU p. 536. 537. 
sss 7J Strabon F. 55s. 559. . S; IIiktius 1. o. Strabon p. 557ss559.
        

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