Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-92210
Die 
Völker 
Kleinafiens. 
Die Halbinsel Kleinasien ist ein zwischen dem schwarzen, dem 
aegaeisehen und dem Mittelmeere gelagertes Hochland von etwa 150 
Meilen Länge und 80 Meilen Breite. Seine höchste Erhebung hat 
dieses Plateau im Süden; es sind ziemlich gleichlanfende Gebirgss 
reiheu, die Ketten des Taurns, unter deren schneebedeckten Gipfeln 
grüne Alpenweiden liegen, deren Thäler mit der schönsten Waldung 
erfüllt sind. Unter diesen Bergen an1 Meere bleibt nur eine schmale 
aber heiße nnd fruchtbare Küstenebene frei, welche durch Querzüge des 
Taurus, die bis in die See vorspringen, in mehrere scharf gesonderte 
Gebiete getrennt wird. Von den Gipfeln des TaUrus nordwärts 
senkt sich der Boden nach dem schwarzen Meere zu, so daß während 
der Siidrand, mit Ausnahme des Saros und Phramos, nur 
kurze Kiistenfliisse besitzt, die größeren Wasseradern des Landes im 
schwarzen Meere münden: der Jris, der Halys, der Parthenios, der 
Sangarios und der Rhhndakos. Diese Flüsse durchlaufen in der Mitte 
des Landes theils hohe felsige Gebiete, theils öde und baumlose 
Steppen, die von tiefeingerisseneu Schluchten und aneinander gedrängi 
ten vulkanischen Bergkegeln nnd großen Seen unterbrochen werden, 
aber auch äußerst fruchtbare und üppige Senkungen, deren Klima hier 
nnd dort durch die Vulkanische Natur des Bodens besonders erhitzt 
wird. Im Westen finden die vom Hochlande herabrinnenden Wasser 
durch abfallende Bergstufen den Weg zum aegaeischen Meere, so daß 
der Maeander und der Hermos zugleich Straßen bilden, welche die 
Küste mit dem inneren Lande in Verbindung setzen. Jene Bergstufens 
im Westen treten bald mit steilen Kalkfelsen nnd schroffen Vorbergen 
in die blaue glänzende Flut hinaus, bald nähern sie sich dem Strande 
in sanfteren Hügelformen; hier bleiben breitere, dort schmalere Küstens 
ebenen frei, welche von üppiger Fruchtbarkeit nnd mit Oliven und 
Weinreben bedeckt sind. Weiter ins Land hinein erhebt sich auf den 
ansteigenden Höhen stattlicher Hochwald von Eichen, Fichten nnd 
Platanen, welcher durch Bergwiesen unterbrochen wird, über denen 
dann die zackigen Felsen des Ida, Tmolos, Messogis und Latmos 
emporragen; in weiter Ferne begrenzen die schneebedeclten Gipfel des 
Taurus den Horizont. Auf der Westküste mildert die Nähe des
        

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