Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-92202
Lage der Eingewanderten. 
Die 
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Handel nnd Bedeutung von Thros sich hoben. Stieg die Bevölke: 
rang und damit die Macht der Küstenstädte durch die Zusammen: 
drängnng der alten Bevölkerung am Ufer des Meeres, so wurden 
diese dadurch um so bedenklichere Nachbc1VU für die Jsraeliten. 
Wenn es ein Uebelstand für das neue Gebiet war, das die 
Jsraeliten sich eben erkä1npft hatten, daß ihm in West und Ost der 
Schutz der natürlichen Grenzen fehlte, daß die Städte der Philister 
nnd Phoeniker ihm das Meer sperrten, daß sich im Innern des 
eroberten Landes Reste der Kauaniter behauptet hatten  noch bei 
weitem bedrohlicher war es für die Einwanderer, daß sie ohne 
Einheit, ohne Zusammenhang und ohne Leitung blieben, welche sie 
noch mitten im Kampfe bereits wieder aufgegeben hatten. Gewiß 
hätte eine energischere Führung in dem Eroberungskriege gegen ,die 
Kananiter ein kriegerisches Königthnm zu begründen vermocht, welches 
für die Grenzen und die Sicherung des Landes besser gesorgt hätte 
als nun ohne dasselbe geschehen war. Aber der vereinzelte Wider: 
stand, auf welchen sieh die Kananiter beschränkt, hatte es auch dem 
Angriff gestattet sich zu bereinzeln; die neuen Herren des Landes leb: 
ten wie vor ihnen und unterihnen die Kananiter in ges onderten Kantoneu; 
das Gebirgsland, welches man besetzt hatte, war 1nannigfaltig gegliedert 
und ohne ein natürlich dominirendes Gebiet und es gab wenn auöh 
gefährliche Nachbarn, doch unter diesen keine einheitlich.gefaßte aggrefsiVe 
Macht in der Nähe, welche die gleiche Organisation der Jsraeliten zur 
nothwendigen Folge gehabt haben müßte. Auch die Städte der Philister 
bildeten nur eine wenns auch bei weitem stärker gegliedertesFoederation. 
Unter diesen Umständen war die politische Einheit zwar keine uns 
mittelbare Existenzfrage für die Jsraeliten, aber bei der Zersplitterung, 
in welcher sie lebten, bei den offenen Grenzen ihres neuen Gebietes 
fragte es sieh ernstlich, ob ihnen ein ruhiger Genuß des besseren Lan: 
des, welches sie gewonnen, zu Theil werden würde. Wie schwer 
der Mangel des Zusammenhangs im Innern nnd nach Aus;en 
ins Gewicht fallen, wie bedenklich der Ueberrest der Kananiter im 
Lande, wie ungeuügendder Schutz der Grenzen sein mochte  alle 
diese politischen Nachtheile sollten eben so viele Vortheile für die Ent: 
wickelung des religiösen und sittlichen Lebens der Jsraeliten werden.
        

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