Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-91965
Die Lehre der Priesser. 
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ligthümer der Stadt aufbewahrt und die wichtigsten Berathungen 
gehalten1I. Die Griechen bezeichnen den Esmun als Asklepios, fügen 
aber hinzu, daß er von dem griechischen Asklepios unterschieden sei. 
Er war, wie es scheint, ein heilender, das heißt ein verföhnender 
Gott wie Jafion in den kabirischen Mhsterien von Samothrake Es. 
Bd. IVJ. Auch mit dem Hermes wie mit dem Thoth der Aegypter 
wird Esmun verglichen; wie Thoth die heiligen Bücher der Aegypter 
sollte Esmnn die heiligen Bücher der Phoeniker offenbart haben. 
Esmun wurde die Schlange in der Hand, als Schlangenhalter LOphins 
chosJ, das Haupt von acht Strahlen umgeben, abgebildet. Die 
Bilder der acht Schntzgötter ließen die phoenikischen Städte auf den 
Bordertheilen ihrer Kriegsschisfe ausfchnit;en; die Kabiren sollten die 
ersten Seefahrer gewesen sein. Noch heute zeigen uns phoenikifche 
Münzen die Kabiren in jener zwergartigen und frazzenhaften Gestalt 
in welcher die Phoeniker das über menschliche Art und Kraft hinaus: 
reichende Wesen der Götter darzustellen liebten2J. 
Die Phoeniker rühmten sich, heilige Bücher aus uralter Zeit zu 
besitzen, welche in dem Allerheiligsten der Tempel aufbewahrt und in 
Nothfällen vergraben wurden. Die Götter selbst, Baal Melkart, 
Astarte, Esmnn sollten dieselben geschrieben und eine Reihe von 
Priestern diese Offenbarungen weiter ausgeführt haben, Thabion, 
Jsiris, Sanchoniathon, Mochos. Sanchoniathon und Mochos sollen 
zur Zeit des troifchen Krieges gelebt haben3J. Es ist kaum zweifeli 
haft, daß der Gebrauch der Schrift bei den Phoenikern frühzeitig 
eingetreten ist; sie werdens denselben gewiß bald nach dem Beginn ihres 
Verkehrs mit den Babyloniern, wohl schon im sechzehnten Jahrhundert 
vor Christus von diesen entlehnt haben; daß dieselbe bereits im elften 
Jahrhundert in Jnschristen angewendet wurde steht fest is. untenJ. 
Ihre Priester werden sieh dieser Erwerbnng zu, Auszeichnungen der 
heiligen Gesänge und des Rituals früh genug bedient haben. Wie 
wir in Babhlonien die Stadt der heiligen Schriften Sippara kennen 
lernten, fanden wir auch in Kanaan eine Schriststadt Kirjath Sepher4J. 
Wir dürfen demnach annehmen daß sich eine liturgische und theolo: 
gische Literatur bei den Phoenikern gewiß nicht später als bei den 
Hebraeern gebildet haben wird, wenn auch die Namen Sanchoniathon 
U Moverg PhoeE1izier 2, 87.s99. Phoenizien bei Erfch S. :z91 flgde. Damm. 
vit8. Isik1. 242, 573.  U Herod. 3, 37. Gerhard Kunst der Phoeniker Taf. it. 5. 
 Z; Movers Phoenizien bei Erfch S. 441.  4J Richter I, n. 15. 
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