Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-91851
3s54 
Säulen 
Feste des Melkart. 
und 
Brannte die Sonne in der heißesten Gluth, stand die Sonne im 
Zeichen des Löwen, dann mußte der Sonnengott Melkart den Löwen, 
das Symbol der Gluthhitze überwältigen, der gute Sonnengott mußte 
den bösen Sonnengott überwinden, oder er mußte sichs selbst in seiner 
Gluth verbrennen, um der Erde neu verjüngt wieder mildere Wärme 
gewähren zu können. Wenn die Sonne am fernsten schien, dann war 
der Baal von Tyros entschlaifen, oder todt  im Westen von Phoes 
nikien, in den phoenikischen Pflanzstädten auf Kreta und besonders 
zu Gades, im fernen Lande des Sonnenuntergangs, zeigte man die 
Ruhestätten des Gottes  bis im Frühjahr CEnde Februar oder 
Anfang MärzJ das Wiedererwacheu des Gottes gefeiert wurde1J. 
Von diesen Anschauungen des Kampfes und der Ueberwindung aus 
konnte Melkart densPhoenikern ein streitbarer Held werden, der, wie 
die Sonne die Erde umkreist, die Erde nmwandert haben sollte, sie 
von Ungeheuern und feindseligen Gewalten zu befreien; er sollte die 
Stämme an den fremden Küsten bezwungen und die alten Pflanz: 
städte der Phoeniker selbst gegründet haben. Er war es der den 
ersten Purpur getragen, der das Geschick der Könige und der Völker 
lenkte. Einst als große Dürre das Land hei1nsuchte, zogen die Pries 
ster des Melkart auf den Karmel und flehten zu ihm, den Stier 
welchen sie zum Opfer auf die sScheiter des Altars gelegt mit 
seinem Strahl zu verbrennen, aber der Gott hörte sie nicht. Da 
spottete ihrer Elias, der Prophet der Juden. ,,Rufet lauter, sagte 
,er ihnen, vielleicht denkt er nach, vielleicht ist er bei Seite gegangen, 
er ist auf der Reise, vielleicht schläft erlU Und die Melkartpriester 
riefen lauter und raseteii und schnitten sich nach ihrem Gebrauch mit 
Mefsern und Pfriemen daß das Blut herabfloß. Den Griechen ist 
Melkart als wandernder, ordnender und gereiht waltender Gott zu 
den Gestalten des Minos und Kadmos geworden, durch welche sie 
sowohl die Gottheit als die alte Herrschaft, die alten Ansiedlungen 
der Phoeniker auf ihren Jnseln und Küsten ausdriickten.  
Melkart war der Schutzherr von Tyros wie Astarte die Göttin 
von Sidon2J. Zu Tyros stand sein alter von Gold glänzender Tempel 
Cdas Gold sollte in den Baalstempeln den Glanz der Sonne nach; 
ahmenJ, der mit der Stadt zugleich im Jahre 2750 V. Chr. erbaut 
II 
496.  
Phoenizier S. 150. 
Jnsehrift von Malta. 
Z. Movers, Religion der 
Baal von TvrosE sagt eine 
Joseph. antiqu. VI1l, 5, 
2I ,,Unser Herr Melkart
        

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