Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-91673
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Art des 
Natur und 
Landes Kanaan. 
Umfang und neunzig Fuß HöheiJ. Vor dem höchsten Felseukamm 
liegen grüne Abhänge, auf denen zahlreiche. Heerden schwarzer Ziegen 
weiden, bennruhigt von Scbakals, Bären und Löwen, welche in den 
öden Schluchten hausen: Zwischen der Mündung des Orontes und 
dem Vorgebirge Karmel, welches weit in das Meer hinaustritt, 
erreicht dieser am Meere hinstreichende Gebirgswall seine größte Höhe 
in den Gipfeln des Libanon C8s9000 FUßJ, von welchen Tacitus 
bewundert, daßssie den Schnee ins so heißem Kli1na hielteu2JL Ueber 
den grünen Weiden und Wäldern, den wohlbestellten und gut bei 
wässerten Aeckern bietet dieser Felsenkamm mit seinem weißen Mantel 
den Anblick einer Alpenlandschaft über beständigem Frühling. Süd: 
wärts vom Karmel sinkt die Höhe der Berge, welche nun weniger 
schroff und pittoresk aufsteigen. Die Küste wird breiter aber sandiger, 
flacher und ärmer an Häfen. An die Stelle der steilen Bergketten 
tritt eine breite grasreiche Hochebene CEsdraelon, GalilaeaJ, die nur 
von einzelnen Berggipfeln wie dem Tabor C7000 FußJ überragt wird. 
Dann bilden wieder parallele Ketten breite und fruchtbare von Wal: 
dungen beschattete Thäler CGebiet von SamariaJ, bis das Land zwii 
schen dem todten Meer und der Küste einen ernstereu und wilderen 
Charakter annimmt. Hier sind die Bergflächen rauh und kahl, die, 
Thäler schmale tief eingerisseue Furchen, der Boden steinig. Während 
das Auge vom Libanon aus die mannigfaltigsten Gruppen der bei 
wachsenen Vorberge, auf eine lachende Küste herabsieht, zeigt in Jus 
daea die Landschaft nur strenge und einfache Bilder. Auf weiten 
Strecken erheben sich nur einzelne Biische von fahlen Oelbäumen oder 
durchsichtige Gruppen weniger Palmen. Die Rasenflächen haben 
steppenartigen Angern Platz gemacht, und selbst die Sohle der Thäler 
bedeckt sich nur während der kurzen Regenperiode mit frischem Grün. 
Die Gegend n1n das todte Meer ist vollends öde. Schwefelquellen 
und Asphaltablagerungen weisen auf einen Vulkauischen Ursprung hin; 
der starke Salzgehalt des Wassers läßt keine Fische in diesem See 
leben und die Salzniederfchläge, welche die Umgegend bedecken, hemmen 
die Vegetation.  
Jm Gegensatz zu den großen, einförmig gebildeten Gebieten von 
Mesopota1nien und Arabien zeigt das westliche Bergland von Shrien 
Wechsel nnd Mannigfaltigkeit. Die schmale Küste drängt ihre Bei 
Lepi1us, 
Briefe S. 
396. 
TaE:it. 
11ist0r.
        

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