Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-90798
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Südarabiens. 
Die Kultur 
landes wie in den Thälern aufzuhalten und zu sammeln, erregen noch 
heute sowohl durch die Festigkeit des Mauerwerks als durch die kunsts 
volle Anlage die Bewunderung unserer Reifenden. Die Ruinen von 
Nakb el Hadschar und Misenat in Hadramaut,,die der alten Sabaeers 
hauptstadt Mareb selbst bestätigen was die Abendländer, was die 
Ueberlieferung der Araber von prachtvollen Palästen,. von den großen 
Dam1nbauten im Thale von Mareb erzählt1J. Die Restesder Wasser: 
bauten beweisen, daß Siidarabien, wie Aeghpten und Vabhlonien, in 
jenen fernen Jahrhunderten viel besser angebaut war als heute, 
daß man auch hier auf die Bewässerung das größte Gewicht legte, 
,daß man es verstand die,Gebirgswasser auf den Terrassen der Berge 
festzuhalten nnd auszunutzen. Die hierausssich ergebende Annahme, 
daß die Kultur der edlen Früchte damals eine bei weitem größere 
Ausdehnung in S.üdarabien gehabt habe als heute, dürfte schwerlich 
eine irrige fein. Die zahlreichen Jnschriften, mit denen jene Ruinen 
bedeckt sind, geben Zeugniß von der Bildung dieser Stämme und den 
ältesten Formen der arabischen Sprache und Schrift2J. Die Dschors 
homiten und andere Stämme von Jemen sollen eine. besondere von 
der himjaritifchen unterschiedene, Schrift besessen haben. sDie Sprach: 
formen der Jnschriften, welche sich am Sinai, im nordwestlichen 
,Arabien freilich erst aus den, ersten. Jahrhunderten nach Christus 
finden, beweisen wenigstens den Unterschied des Stammes und des 
Dialekts, welcher die ,,alten und ächten AraberU die.amalekitis6hen 
Stämme von den Jsmaelitern und den Jemeniten, den Siidarabern, 
trennte3J.   
Die wandernden Stämme werden unter dem gemeinsamen Namen 
Badawi CBeduinen d. i. Söhne der WiisteJ den seßhaften Stämmen 
gegenüber zusam1nengefaßt. Wie jene die ursprünglichen Formen des 
politischen Lebens, auf welchen die weitere Entwickelung des Staats 
bei den übrigen Semiten ruht, festhalten, so ist auch ihre Gottes: 
verehrnng der einfache Anfang des Kultus, welchen wir bereits in 
Babhlonien weiter ausgebildet gefunden haben. In der Stille .der 
Natur, in der Einsamkeit ihrer Wüste riefen die nördlichen Stämme 
U Caussia sie Pekccva11. c. 1. p. 1s. 17. Wellsted, Reisen in Arabien von E. 
Rödiger l, S. 307.  2I S. ex. a. O. RödigersJExcurs über pie himjaritifc;eu 
Jnscbriften. Der Jnhalt derselben, so weit er .bis.je1;t entziffert Ist, beschränkt sich 
auf Ankäufe und. Bauten für Tempel. Osiander, in der Z. d. sd. m. Gesellschaft 
to, 17s73.  By Blau, nabataeische Jnschriften, a. a. O. IS, 381 flgde. Y
        

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