Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-90522
Die 
Babyloniev. 
Götter der 
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Es war die Göttin der Zeugnng und der Geburt; sie ist die im 
Wasser, in der Feuehte empfangende und gebiirende weibliche Gottheit. 
In der Anmuth nnd Schönheit der vegetativen Natur erkannten die 
Babhlonier die Kraft der Göttin; ein schattiger Hain in der Rings 
1naner ihres Tempels zu Babylon bot Kühlung, eine Wassercisterne 
wies auf die Herrin des befruchtenden Wassers hin. Die Fkskhk, NO 
Thiere des Wassers nnd der starken Fortpflanznng nnd die Tauben 
waren ihr wie der Derketo heiligIJ. Dieser Göttin der Fruchtbarkeit 
und der.Geburt mußten die Jungfrauen der Babylonier mit dem 
Opfer ihrer Jungfränliehkeit, mit sinnlicher Lust dienen. Einmal mußte 
jede Jungfrau der Göttin zu Ehren sieh Preisgeben; sie mußte sich 
durch diese Preisgebung von der Göttin loskaufen. An den Festen 
der Mhlitta saßen die Töchter Babhlons in langen Reihen im Hain 
dieser Göttin, einen Kranz von Stricken um das Haupt, denn sie 
waren der Göttin gebunden. Auch die Töchter der Reichen kamen 
in bedeckten Wagen gefahren, von vielen Dienern umgeben. Hier 
mußten sie harren, bis einer von den fremden Wallfahrern, welche 
der Mhlittas3u dienen kamen, ihnen ein Goldstück in den Schoß warf 
mit den Worten: J1n Namen der Göttin Mylitta. Dann mußte 
das Weib ihm folgen nnd ihm zu Willen sein. Das Geld, welches 
sie erhalten hatte, gab sie in den Tempelschatz nnd war nun ihrer 
Pflicht gegen die Göttin ledig. ,.Die gut aussehen nnd wol gewachsen 
sind, fiigt Herodot hinzu, finden bald ihren Mann, die hiis;lichen aber 
können dem Gesetz nicht genügen und müssen wol drei, vier Jahre 
lang warten und sit,:.enH2J. Und ein jiidischer Sehriftsteller berichtet, 
das; ,,die Weiber mit Stricken angethan an den Wegen siißen nnd 
mit Kleie riincherten und die, welche Von dem Vorübergehenden weg: 
geführt sei, spotte.der Nachbarin, daß, diese nicht wie sie selbst 
gewürdigt und ihr Strick zerrissen worden sei3j.U 
Wenn die Babhlonier die zengende Kraft des Wassers nnd der 
Erde verehrten, das Leben der.Mensthen empfing nach ihrem Glauben 
sein Gesey von oben, Von der Sonne, dem Mond nnd den Sternen 
des Himmels. Der Horizont der babhlonischen Ebene reichte sehr 
weit, täglich konnte man hier neben dein regelmäßigen Lauf der Wandel: 
fterne in der Morgendiinnncrung neue Standsterue erscheinen sehen, 
während andere in der Abenddiimmernng verschwanden. Der Sonnen: 
U Müntcr, Religion der Babylouier S. 28.  2j Herodj 1, 1o9.  
Bd Banns, ei, 42. its. cBr. Jcrem.J Vgl. Genesis, as, 14 slgde.
        

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