Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-90497
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Die P1ießetIOHOfki 
Schriften der Hebraeer die Gesanuntheit der Bewohner Babhleuiens 
mit diesem Namen bezeichnet wird. Die Bruchstiicke des Berosos 
gestatten kaum einen Zweifel, daß die babhlonischen Priester sieh selbst 
und im Sinne eines Vorzugs Chaldaeer nannten. Ihre Tradition 
von der Vorzeit nannte, wie wir sahen, die zehn Patriarchen vor der 
Fluth Chaldaeer von Babylon, Sippara und Larancha und stellte an 
die Spitze der Herrscher nach der Fluth wiederum Chaldaeer. Wenn 
aus dieser Bezeichnung.unzweifelhaft folgt, daß zwei Völker versehies 
dener Art in Babylon neben einander wohnten, wenn ferner das 
später eingetvanderte durch eine voraus datirte Anwesenheit sein Rechts 
auf das Land zu beweisen suchte, so ist damit noch nicht erklärt, wie 
der Name der Eintvanderer vorzugsweise auf der Priesterschaft haften 
konnte, wie diese den Namen Chaldaeer fiir Glieder ihres Standes bereits 
in der Urzeit verwenden konnte; denn jene Patriarchen waren im Sinne 
der priesterlichen Tradition wenn nicht Priester, doch jedenfalls die 
Vorbilder des Priesterthnms. Sie erhalten die Osfenbarungen der 
Götter, sie werden von den Göttern zu .Herrschern des Landes gemacht, 
sie rettensdie heiligen Schriften, sie bringen die Opfer, sie leben wegen 
ihrer Weisheit und Frömmigkeit Jahrtausende und werden, wie Xisui 
thros, zu den Göttern entrückt. Diese Thatsaehen gebieten die An: 
nahme, daß die Priesterschaft Sinears nach der Einwanderung der 
Chaldaeer von Armenien her in enge Verbindung mit dem neuen 
Herrfcherhause trat, daß sie die Götter der Chaldaeer in den Kreis 
ihrer Gottheiten aufnahm, daß sie den höchsten Gott derselben an die 
Spitze der Götter stellte, daß sie den einfachen Kultus der Ehaldaeer 
mit dem Kultus ihrer Götter zu derschmelzen wußte, daß sie sieh selbst 
dem herrschenden Stamme gesellte, indem sie dessen Namen annahm 
und dessen Stammes zu fein behauptete, indem sie den Königen und 
deren Stammesgenofsen zeigte, daß priesterliche Vorfahren ihres Ges 
schleehts, Chaldaeer, bereits vor der Fluth in Babylon gelebt, daß 
Chaldaeer, Nachkommen des Xisuthros, nach der Fluth von den arme: 
nischen Bergen nach Babylon zurückgetvandert seien. Daraus folgte 
dann, daß die Priester nnd die Könige desselben Blutes waren, daß 
die Eroberung Sinears durch die Chaldaeer und ihre Fürsten nur eine 
glückliche Herstellung des ursprünglichen Znftandes war. 
Unsere Kunde von der Stellung und dem Leben des Priesterstandes ist 
dürftig. In Babylon bewohnten die Priester ein besonderes Quartier, wol 
den um den großen Belosthnrm belegenen Bezirk. Die Traditionen
        

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