Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-89926
Leben6orbnu11g 
der Priester. 
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bedeutendsten Mittelpunkte des pricsterlichen Lebens und der priester: 
lichen Lehre. So lange Theben die Hauptstadt des Reiches war, 
war der Oberpriester des Ammon zu Theben der erste Priester des 
Landes. 
Die Priester hatten ein heiligeres und reineres Leben zu fühs 
ren als das Volk. Das Ritual, die Reinheits: und Speisegesetze 
welche die Priester sieh selbst anflegteu, waren strenger als die, deren 
Beachtung sie von den übrigen Aeghptern verlangten. Zweimal mußten 
sie sich an jedem Tage nnd in jeder Nacht waschen. Jeden dritten 
Tag mußten sie den ganzen Leib, insbesondere Bart und Augenbrauen 
scheeren. Sie durften nur leinene Kleider von Bhssos und Schuhe 
von Byblos tragen. Jede andere Kleidung, namentlich Haare und 
Haut der Thiere verunreinigten den Priester; doch tragen auf Monumens 
ten die Priester im Dienste des Osiris namentlich bei den Bestattungen 
Leopardenfelle. Das Fleisch des Schafes, des Schweines, der meisten 
anderen Thiere war.den Priestern verboten; niemals durften sie einen 
Fisch anrühren. Auch Hiilsenfrüchte durften sie nicht essen, Bohnen 
nicht einmal ansehen. Sie hielten häufig Fasttagc. Von Zeit zu 
Zeit mußten sie Kasteiungen vornehmen, die einmal sogar 42 Tage 
währten, um hie 42 Todsünden in sich zu vernichten. Endlich durf: 
ten die Priester nur ein Weib heimführen, den übrigen waren meh: 
rere Weiber, Nebenfrauen neben der ersten Frau, gestattet. Die Kös 
nige hatten, wie wir sahen, mehrere Frauen; es war die Regel bei 
den begtiterten Aeghptern1J. 
Den geschlossenen Ständen der Priester und Krieger stand die 
Masse des Volkes gegenüber. Wie scharf die Abfchließnng der Kasten 
bei den Aeghptern gezogen war, wie weit die Scheidung der Berufs; 
klaffen innerhalb des arbeitenden nnd erwerbenden Volkes ging, in 
welchem Grade der Landbauer z. B. von dem Handwerker getrennt 
war, darüber find wir nicht unterrichtet. Es wird nur berichtet, daß 
das Volk sich in Ackerbaucr, Handwerker und Hirten geschieden habe, 
daß die Hirten am wenigsten geachtet gewesen; und es steht fest, daß 
es nicht erlaubt war, eine andere Beschäftigung zu treiben als die: 
jenige, welche der Vater betrieben hatte2J. Aus der Thatfache, daß 
die Würde der Oberpriester an den Tempeln forterbte, daß das Amt 
U Diodor I, so. Herodot 2, 37, 
sahst. 4, 7.  2J Diodo:: I, 74. 
Dnncker. Geschichte des Alterthums I. 
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Z. Aufl. 
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