Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-89901
der Tempel. 
Besit31mgen 
159 
König, ein Drittel den Priestern zu ihrem Unterhalt und zur Be: 
streitnug der Opfer und Feste, das letzte Drittel den Kriegern gehörte, 
nnd daß alle Landwirte Aeghptens Pächter gewesen seienIJ, so sahen 
wir eben, daß allerdings ein Theil des Landes, wenn auch bei weitem 
nicht der dritte Theil, wirklich den Kriegern zugewiesen war, welche 
indes; ihre kleinen Parzellen unmöglich verpachten konnten, sondern 
selbst bewirtschaften mußten, wenn Ae mit ihren Familien davon 
leben wollten. Ein anderer Theil des Landes war für die Erhaltung der 
Priesterschaft und die Kosten des Kultus bestimmt; aber es scheint, daß auch 
dieses Land dem König gehörte, denn Herodot nennt die Einkünfte der 
Priester einen Sold den sie vom Könige empfingen2J, nnd die Ueber: 
lieferung der Hebraeer sagt ebenso, daß die Priester ,,ein Bestimmtes 
vom Pharao hatten nnd daß sie ihr Bestimn1tes aßen, was ihnen 
Pharao gab3JU. Nach diesen Angaben, sowie nach einer anderen Nachricht 
des Herodot, daß Ra1nses II das Land vertheilt und jedem Aeghpter 
ein gleiches viereckiges Stück Land gegeben habe4I, scheint es, daß die 
Pharaonen sich als Eigenthii1ner des Bodens betrachteten,  eine den 
Despotien des Orients nicht fremde Erscheinung; daß sie demgemäß 
so viel Grund und Boden als nöthig war, den Kriegern zuwiesen, 
nnd von dem übrigen Land einen Theil für die Tempel, einen andern 
für sich steuern ließen. Diese Steuer betrug nach der Angabe der 
Hebraeer den fünften Theil des ErtragesZJ, und man konnte demnach 
sämmtliche Ackerbesit;er mit Recht als Pächter oder Erbpächter be: 
trachten. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß nur die Anker der 
Krieger frei von Steuern warenCJ und daß das Land, welches an 
die Tempel steuerte, dem Pharao nichts gab7J. Es versteht sich in: 
deß, daß die Frömmigkeit der Unterthanen den Priestern auch außer: 
dem Einkünfte verschafft hat, daß man den Tempeln Land und He: 
bungen schenkte, so weit man darüber verfügen konntesJ. 
U Diebes, 1, 73. 74.s2J Herodot 2, 37. 1s8.sss ad Genesis 47, 22. 2s. 
 H Herodot 2,  II Genesis 47, 24. 2e.  ej Herod. 2, 1s8.ss 
U Genesis 47, 26.  8J Auch das Land, welches die Pharaonen mit der Steuer 
des Fünfteil an die Tempel Wiesen, gehörte denselben in gewissem Sinne. Wir 
haben ziemlieh alte Papymsurkunden, auf welchen die Einkünfte von Tempeln mit 
den Namen der Steuernden und der gelieferten Gegenstände verzeichnet sind. 
Als die.Ptolemaeer Aegypten beherrfehten, galt das Land, welches deniTempekn 
steuerte, wirklich als Besitz, aber freilic; als widerrufli6hcr Besitz der Tempel, und 
die Herrscher besteuerten nun ihrerseits die Tempel, wie die islamitifdhen HerrfÖer 
die Moscheen zu besteuern pflegen. Jn der Jnfdhrift von Rosette cvom 27. März 
196 v. Ehr; erklären die Oberpriester, die Propheten, die Stolisten, die Pastos 
phoren nnd die Te1npeljc1,oreiber, daß der König tPtolemaeos EpiphanedI befohlen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.