Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-87765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-88326
Die 
f2Cegypter. 
Land 
und 
Volk. 
Die Geschichte kennt ihre Anfänge nicht. Der Beginn wie die 
ersten Stufen der Entwickelung des Menschengeschlechts liegen jenseit 
des Gedächtnisses. Die pri1nitiven Stadien jeder Bildung  der 
Völker so gut wie der Einzelnen,  sind ohne Bewußtsein und ohne 
Beobachtung ihrer selbst; sie entbehren damit der Bedingungen der 
Erinnerung. Die ursprünglichen Formen des ,Zusammenlebens in 
der Familie und im Stamme, das Treiben wandernder Jäger und 
Hirten, die Anfänge des Ackerbaues konnten weder Monumente noch 
Aufzeichnungen hinterlassen. Freilich kein begabteres, kein begünstigtes 
Volk, welches sich über diese Anfänge hinaus. zu staatlichem Leben, 
ZU eigenthü1nlicher Kultur erhoben, hat es versäumt auf seine Vorzeit 
zUVÜCkzUblickeu. Ueberall hat man es versucht Von dem Stand; 
Punkte der Bildung aus, welchen man gewonnen, die Vergangenheit 
sich zu Vergegenwärtigen. Wie weit oder wies kurz die Erinnerung 
zIIVÜikVekThte, sie wurde durch Anschauungen bereichert, welche den 
TsUgiöse11 Vorstellungen, dem nationalen Stolze, dem Nachdenken oder 
der Theorie entnommen waren. Konstruktionen dieser Art bezeichnen 
die Akt Und den Charakter der Völker, denen sie die Stelle ihrer 
JUgeUdg0fEhichte vertreten, aber sie haben keinen Anspruch, den 
thatsöThIkchen Verlauf ihrer Entwickelung wieder zu geben. An: 
ders wenn die werdende Bildung einer Nation von Völkern bei 
VbAchtEt Wk17d, welche sich bereits aus höheren Stufen der Kultur 
befinden. Die Römer waren im Stande, uns ein Bild des Lebens der 
isUUgen germanischen Stämme zu hinterlassen, die Byzantiner konnten uns 
Von dem Treiben der Staren unterrichteu, das neue Europa konnte die 
DUt1eker, Geschichte des Alterthums I. s. Aufl. 1
        

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