Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-86110
Kriege 
Chalkis 
zwischen 
und 
Eretria. 
469 
unterstützt; aber auch vom anderen Ufer des aegaeischen Meeres, 
von der Jnsel Sau1os, kam ihnen Hülfe; wogegen die Eretrier von 
der damals mächtigsten ionischen Stadt, welche die größte Marine 
besaß, von Milet Unterstützung erhielten J. Die Eretrier sollen den 
Pferdeziichtern von Chalkis im Reitergefecht überlegen gewesen sein. 
Dieser Ueberlegenheit machten diesthessalischen Ritter ein Ende. 
Kleomachos von Pharsalos führte die Thessalier, welche den Chalsss 
kidiern zu Hülfe zogen.t An der Spitze der besten Ritter aus der 
Schaar seiner Landsleute warf er sich auf das Geschwader der 
Eretrier. Er brachte die Reiter in Unordnung und warf sie; auch 
die Hopliten wurden in die Flucht getrieben, und die Chalkidier 
erfochten einen glänzenden Sieg, welcher indeß dem Kleomachos das 
Leben kostete. Dankbar errichteten ihm die Chalkidier auf dem 
Markte ihrer Stadt ein Grabmal, welches eine hohe Säule zierte2J. 
Thukydides bemerkt, daß dieser Krieg der erste gewesen, an welchem 
die Hellenen in größerer Zahl sich betheiligt, da die früheren Kriege 
sich auf die Einzelkämpfe der Nachbarstaaten beschränkt hätten3J. 
Das. Ende dieses Krieges war, daß die Eretrier unterlagen Cgegen 
630J; das gesamn1te lelantische Feld kam in den Besitz der Chal: 
kidier4J. Es war groß genug, u1n viertausend Banerhöfc reichlich 
mit Land ansznstatten3J; indes; zogen es die Hippoboten vor, dass 
selbe in ihren Besitz zu nehmen und durch Sklaven bewirthschaften 
zu lassen. Obwol die Chalkidier als Sieger aus dem Kampfe her: 
Vorgingen, scheinen doch auch sie in demselben schwere Wunden 
empfangen zu haben. Im sechsten Jahrhundert ist die Blüthe von 
Ehalkis und Eretria Vorüber, wenn auch Eretria noch wohlhabend 
und angesehen, Chalkis noch tüchtig und streitbar ist und einen ichs 
haften Verkehr unterhältsJ.  
1J Hekvdvt 5, 99.  D Flut. amat. narrat. P. 760. Ob. S. 304.  
3J Thukyd. l, 15.  4J Dies folgt daraus, daß das lelantifche Feld bei der 
Befkegung von Chalkis durch die Athener Ich tm Yes1tg der Chalkidier befindet.  
5J Soviel Kleruchen siedelten d1eAthEUCV1M Gebiete von Chalkis an, und es ist 
nicht anzunehmen, daß das schlechte Land des chalkid1fchen Gebiete dazu verwendet 
wurde. Weideftrecken branä;ten die atttschen Hufuer nicht; außerdem wurde noch 
ehalkidisches Land für den Staat und die Tempel zurückbehalten; Ae1ian. var. 
hist. S, 1. und Bd. 1v.  6d Die Zeit des Krieges zwischen Chalkis und 
Eretria ist schwer zu bestimmen. Es ist offenbar, daß zu verschiedenen Zeiten 
verschiedene Kriege zwischen Chalkis und Eretria geführt worden find, gewiß 
auch schon zu der Zeit, da das KBnigthum in Chalkis noch bestand. Jndeß 
handelt es sub um den letzten dieser Kriege, um den großen Kampf, für welchen 
beide Städte Bnndesgeuoffen fanden. Die äußerfte Grenze ist durch die Not1z 
Plutard;7S bestimmt, daß den Chalkidiern ihre Kolonien in Thrakien Hülfe
        

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