Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-85343
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Der Ausgang 
des Krieges. 
wissen wir nur, daß die Messenier schon in den ersten Jahren des 
Krieges vor den Spartanern aus der Ebene von Stenyklaros weichen 
mußten, daß sie alle ihre Orte, auch die Hauptstadt, deren Lage die 
Vertheidigung wenig begünstigte, aufgaben, um sich auf den Jthome, 
den heiligen Berg, den Mittelpunkt und die natürliche Burg ihres 
Landes zurückzuziehen, und sich hier zu befestigen. Spuren von Be: 
sestigungen sind dort noch heute in Resten kyklopischer Mauern übrig. 
In dieser Vereinigung ihrer gesan1mten Kraft, von der natürlichen 
Festigkeit und der glücklichen Lage des Berges unterstützt, waren, die 
Messenier im Stande, nachhaltigen Widerstand zu leisten.. Der 
Kampf zog sich zwanzig Jahre hin und endete damit, daß ein Theil 
der Messenier sich unterwarf, ein zweiter Zuflucht im nördlichen 
Gebirgsland an den Grenzen Arkadiens, im Gebiete von Andania 
suchte. Andere Flüchtlinge gingen von Alkidamidas geführt über das 
Westmeer und fanden bei den Ehalkidiern von Rhegion Aufnahme1J. 
Die Spartaner zerstörten die Befestigungen auf dem Jthome und 
weihten den Zehnten der Kriegsbeute in den Tempel des Apollen 
von Amyklae2J. Tyrtaeos reicht dem König Theopompos den Sie: 
geskranz, indem er etwa siebzig Jahre nach dem ersten messenifchen 
Kriege singt: ,,Durch unsern König, den den Göttern geliebten 
Theopompos haben wir das räumige Messene erobert; Messene gut 
zu ackern und gut für die Bau1nzucht. Um dasselbe haben die Lan: 
zentriiger, die Väter unserer Väter, neunzehn Jahre hindurch unabs 
lässig mit Beschwerden ertragendem Muthe gekämpft, im zwanzigsten 
aber ließen jene die fetten Aecker im Stich und flohen aus dens 
hohen Bergen Jthome7s3J.U Die Ausdauer, mit welcher Theopomp 
und Polydoros den Krieg fortsetzten und zu Ende führten, giebt 
einen großen Beweis für ihre Energie und Ziihigkeit. Der Ruhm 
eines so großen Erfolges, einer so wichtigen Eroberung gewährte 
diesen beiden Königen dann auch für die inneren Verhältnisse eine 
Kraft, welche über die Befugnisse, die Lykurgos den Königen 
gelassen hatte, hinausging. Sie konnten den Versuch wagen, einen 
Theil der Einrichtungen Lhkurgis rückgängig .zu machen und die 
Macht des Abels wieder zu schmälern. 
Die Hellenen haben es den Spartanern niemals vergessen, daß 
sie ein stammverwandtes Land, einen hellenischen Staat zu Grunde 
1JPausan. 4, 23, 3. Strabon p. 257.  2J Pausqn. Z, 18. 4, 
14.  32 Fragm. 5. ed. Bergk.
        

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