Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-81705
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Poseidon. 
Alle Wasser der Erde, die süßen wie die salzigen Fluthen, 
waren bei den Griechen unter den Schutz eines mächtigen Geistes 
gestellt. Aus den verschiedenen Namen, unter welchen dieser Gott 
angerufen wurde, find unterschiedene Göttergestalten geworden. Nes 
reus und Phorkhs sind durch den Poseidon in den Hintergrund 
geschoben worden, der beim Homer ,,der älteste nnd der beste der 
GötterU heißtIJ. Er war den Griechen ein fruchtbringeuder Gott, 
der in dürren Ebenen nntadlige Quellen heroorspringen ließ II, with: 
.rend sein Zorn die Ströme im Sommer versiegen machte II. Den 
Indern war das Meer fern und fremd, bis sie die Küsten des 
Dekhan kolonisirt hatten; das Land, welches die Griechen eingenoms 
1nen, war rings Vom Meer umgeben. So war es der mächtige 
Eindruck des Meeres, welcher der Gestalt des Poseidon die bestim1n: 
testen Züge lieh und alle übrigen erbleichen ließ. In dem ges 
waltigen Spiel der unermeßlichen Wogen trat den Griechen die 
Kraft Und Art des Wassergottes am lebendigsten vor Augen. Die 
Tiefe des Meeres ist die Wohnstätte des weitherrschenden Gottes. 
Die erzhufigen Rosse, die er vor seinen Wagen spannt, sind die un: 
ermiidlichen Wogen selbst; seine Brust ist breit, wie die Fläche des 
Meeres, und sein Haar dunkel, wie die finsteren Wellen. Rosse und 
schwarze Stiere, dunkel wie der Grund des Meeres, sind die dem 
Poseidon gehörenden Opser4J. Wie Zeus die Aegis, die Wetter: 
Wolken bewegt, so ist Poseidon der Beweger der stiirn1ischen Wogen, 
darum heißt er Aegeus d. h. der Erschütterer; das aegaeische Meer 
hat von diesem Namen des Poseidon seine Bezeichnung empfangen. 
Der poetischen Anschauung der Griechen schien es, als ob ihr Land, 
von allen Seiten Vom Meer umflossen, von diesem emporgetragen 
und gehalten würde. So meinten sie, daß der Gott des Meeres 
ihnen das Land gefestigt und die Inseln gegründet habe. Wenn 
der gewaltige Gott zürnte, dann erbebte die Erde unter den 
Wogenschlägen des Meeres. So war ihnen PDseidon der Erds 
träger und der Erderschiitterer. Die Erdbeben kamen von ihm5J. 
Hi 
V Oel. 13, 143. Preller, Mythol. l, 352. u. Welcker. Götterlehre 1, 
620s leiten Poseidon von 7rcfrcq,so; und wäre; dem tnnkbaren Wasser ab.  
2J Der Dienst des Poseidon Phytalmios und das Priefterthum der Antheade11 
zu Troezene; Pausan. 1l, 32. Aosohy1. sept. o..Th. 305. und die Sage 
von der Quelle Amymone bei Argos.  3J So die Sage von Argos.  
4;11ias 21,132.20,430. od. 3, S. Pauscm. 8,7, 4.  5I Akisc0p12. 
Lysist. 1138. Xenoph. Hallen. 4, 7. Pausan. Z, 11.
        

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