Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-85145
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Die 
Heloten. 
welche der dorische Adel verschmähte, wie ihnen denn auch späterhin 
die Thätigkeit des Handels zufiel. 
Vor der dorifchen Wanderung gab es in Hellas keinen Stand 
gutshöriger oder leibeigener Bauern. Es gab kriegsgefangene und 
erkanste Sklaven, und neben ihnen eine Klasse von Tagelöhnern, die 
Theten, welche die Hirten.: und Ackerdienste um Lohn verrichteten. 
Diese bildeten die unterste Stufe der Freien. So lagen die Ver: 
hältnisse auch noch zur Zeit Lhkurgs in anderen helle11ischen Kantonen, 
in den ionischen und. aeolischen Städten. Die leibeigenen Bauern 
waren eine Neuerung, eine Folge der Einwanderung und der Er: 
oberungen der Thessalier und der DorerIJ. Die Heloten waren 
die Nadhkommen der alten achaeischen Landbauer im Kulturlande 
des Eurotas. Diese Leibeigenen, welche die alte bäuerische Lan: 
destracht, die Lederkappe und das Schaaffell beibehielten, hatten 
die Rittergiiter ihrer spartanischen Herren zu bestellen, aus denen 
ihre Hütten standen,2d und deren Heerden zu hüten; sie konnten 
außerdem von ihren Herren zu persönlichen Diensten benutzt werden. 
Diejenigen von den Gntshörigen, welche der Herr bezeichnete, mußten 
ihn z. B. in7s Feld begleiten und ihm seine Waffen und den Mund: 
vorrath tragen. Die Früchte ihrer Arbeit gehörten dem Herrn, 
aber sie hatten doch nur einen bestimmten Theil des Ertrages ab: 
zuliefern. Nach einer Stelle des Tyrtaeos hatten sie die Hälfte der 
Erndte dem Herrn abzugeben, und es wird berichtet, daß es nach: 
mais bei den Spartanern mit einem Fluche belegt war, den Heloten 
mehr als das vorgeschriebene Maaß von festen und flüssigen Früchten 
abzunehmeniJ. Der Ueberrest blieb den Heloten zu ihrem Unter: 
halt; es stand ihnen frei, zu verkaufen, was sie nicht bedursten, und 
sie waren ans diese Weise in der Lage, Vermögen zu erwerben V. 
Auch stand es dem Herrn nicht zu, seine Heloten freizulasseu, zu 
verkaufen oder zu tödten5J. Sie waren ein gemeinsam erworbener 
Besitz, eine zum Bestande des Staats nothwendige Klasse, ein Be: 
siSthum sowol des Gutsherrn als des Gemeinwesens. Es waren 
die Einrichtungen Lhkurg7s, welche den Heloten diese Stellung ge, 
geben; sie galten nun mehr als ein Eigenthum, welches den Einzelnen 
vom Staate verliehen war, denn als ein Privatbesitz; sie konnten 
1JAt11e11. S. P. 2S5.  
40.  4J Flut. Clown. 
 2J Livius 34, 27. 
23.  5J EphoroS 
 Bd Flut. Inst. 1acoujo. 
bei Strabvn p. 365.
        

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