Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-84459
Dvs 
Alter 
des 
Orakelg . 
303 
ben trüge noch Wiesen hätte noch mit dem Pflug zu durchfurchen 
sei, antwortete lächelnd Apollon: habe nur jeder das Messer in der 
Rechten, um Schafe zu schlachten, so wird euch Alles im Ueberfluß 
zufallenID. 
Dieser Hymnus, welchem doch wohl eine Legende des Tempels 
zu Grunde liegt, giebt der Weissagung ganz bestimmt einen frems 
den Ursprung. Er leitet dieselbe von Kreta her; und i1nmerhin 
können es Kreter von Knossos d. h. Dotter von Knossos IS. 227.J 
gewesen sein, welche nach der en1psänglichen Weise der Griechen 
von den Kulten, die sie aus Kreta vorgefunden hatten, erfüllt, 
an der alten Opserstätte des Apollon im Lorbeerhain auf dem Licht: 
berge den Kegelsteiu als Zeichen des Gottes aufrichteteu,  und die 
Weissagnng aus den Dämpfen hinzufiigten d. h. den alten Kultus 
nach dem Vorbilde des weissageuden Gottes von Knossos, des Son:s 
nengottes von Milet und Kolophon resormirten2s. Vermittelnde Ele: 
mente zwischen dem neuen nnd dem alten nationalen Kultus des 
Apollon fanden sich leicht. Sobald man die Lichtgötter aus dem 
Dunkel geboren werden ließ CS. 23.J, konnte auch aus den finstern 
Dämpfen der klare nnd vorschauende Blick der weissagenden Jung: 
frau, der Phthia, entspringen. An die Bezwingung des Drachen 
knüpfte der Mhthos die Gründung des Orakels, welches in einer 
anderen Wendung der Auffassung zuerst der Gaea d. h. dem Erds 
geist, da die Dän1pfe aus der Tiefe emporstiegen, gehörte, nach 
dem Drachenkamps aber dem Apollon eigen war II. 
Homer erwähnt bereits die Weissagung zu Pytho, ,,die stei: 
nerne Schwellell des Gottes, er spricht von den Schätzen, welche 
in der felsigen Phtho die steinerne Schwelle des Phocbos Apöllon 
einschließe4J. Danach scheint bereits um die Mitte des neunten 
Jahrhunderts ein Tempel auf der Terrasse von Delphi gestanden zu 
haben. Die 1uhthischen Baun1eister von Orchomenos, Trophonios 
und Agamedes, sollten ihn natürlich erbaut haben Hob. S.51.J. 
1J Hymn. ja Apoll. 387 seqq. is 2; Ueber die Verehrung des Apollon 
Delphiuios in Knofsos Boeckh Corp. Ik1sckjpt. n. 2584. Auch die Namen 
lc9Iem, lcgJ,7oskm sind auf Kreta gedeutet worden.  Bd Aefcbylos in den Eus 
meniden läßt zuerst die Gaea in Dekphi Orakel verkünden. Wenn bei Aefchylos 
dann die Themis als Herrin des Orakels der Gaea folgt, so sind es die Eis 
WITH; des Zeus, welche Apollon verkündet; wenn der Themis Pboebe folgt, 
TO ist diese Geßalt aus dem Namen Phoebos Apollen gebildet.  4; Il. 9, 
404. 0d. 8, 79. vgl. U, 579. Hymn. in Äpo1lin. 296.
        

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