Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-84115
Das 
Homerss. 
Vaterland 
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gen, wenn sie den Homer Von Smyrna über Kolophon nach Chios 
wandern ließ. 
Ueber den ionischen Ursprung des Sängers der Jlias kann kein 
Zweifel obwalten. Die Sprache des Gedichts ist ein von dem 
späteren ionischen wie attischen gleichmäßig verschiedener, aber dies 
sen doch am nächsten stehender Dialekt, der als altienischer Dialekt 
bezeichnet werden darf. Die Götter, welche die Jonier am höchsten 
ehren, Poseidon nnd Athene, üben in diesen Gedichten die größte 
Einwirkung. Die Jlias ist kaum minder als die Odyssee ein großer 
Lobgesang auf dies Athene, welche die Burgen der Jonier hütete. 
Der Kultus, welchen die Jonier einst in ihrer alten .Heimath dem 
Poseidon zu Helike und Aegae geweiht haben, wird herVorgehoben; 
der Sitz des Poseidon ist noch immer das Meer von Aegae, und 
die großen Opfer, welche die Jonier zu Mykale unter der Leitung 
der Könige von Priene dem Poseidon bringen, werden wenigstens in 
der Odyssee in einer poetischen Nachzeichnung nach Pylos Cwo die 
Söhne des Poseidon herrschenJ derlegt. Die Unterabtheilungen der 
Stämme werden nach ionischer Art Phratrien genannt, 1md die 
zwölf Söhne, welche die Jlias dem Neleus giebt, sind die zwölf 
Nelidengeschlechter, welche in den zwölf ionischen Städten herrschen 
IS. 2l4.JI Die Freude an der See und am Seeleben, die Ver: 
trautheit mit dem aegaeischen Meer verräth nicht minder den 
Stamm der Jonier, welcher die zahlreichften Kolonien an der asia: 
iischen Küste gegründet und die Kykladen bevölkert hatte, als die Be: 
deutung, welche dem Leben auf dem Markte, der guten Rede und der 
Ueberredung, der Nachrede der Menschen beigelegt wird. Die 
Lokalkenntnis; der Jlias ist neben der Ebene von Jlion auf der lhdi: 
schen Küste am genauesten; sie kennt den Sipylos, auf welchem die 
versteinerte Niobe weint fes war ein Stein der GöttermutterJ, den 
Tmolos und den gygaeischen See und die Schweine des Kaystros1J. 
Die Smyrnaeer zeigten an den Quellen des Meles die Grotte, in 
welcher Ho1neros ,,der MelesgeboreneH seine Gesänge gedichtet, und 
das .Homereion d. h. eine Grabstätte oder ein Denkmal Homers in 
Smyrna verdollständigte den Beweis, daß Homeros ein Smyrnaeer 
II Audh die schlimme Bubroftis d. h. der Hunger, welche den UnVermi3genden 
UJUhertreibt, kann für den smyrnaeisä;en Charakter der Jlias angeführt werden; 
PJutareh bemerkt, daß die Stnyrnaeer der Bubrostis schwarze Stiere gevpfM 
Mitten; quaest. com. 8, 1.
        

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