Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-84034
Die 
Helden 
der 
Griechen. 
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Ahnherrn, seine Söhne Enrhsakes und Philaeos waren ihre 
Stammväter1J, und die Enrhsakiden verehrten den Urheber ihres 
Geschlechts, den Eurhsakes, in einem besonderen Heiligthum, dem 
Eurysakeion zu Athen. Eurysakes bedeutet Breitschild. Durch den 
Namen dieses Geschlechts war den ionisihen Sängern die Charaki 
teristik seines Stammvaters, des Ajas, gegeben; er mußte ein Mann 
mit einem mächtigen Schilde d. h. ein aushaltender, standfester, ab:s 
wehrender Held, die Schutzwehr in schlimmen Kämpfen gewesen 
sein. Dem Helden der abwehrenden Kraft, dem Herrn des großen 
Schildes konnte man den Telamon d. h. Sehildhalter zum Vater 
geben2J. Auch die Thaten der Ahuherren jener Geschlechter der 
Lapithen Von Ghrton und Elateia, welche sich nach Attila geflüchtet, 
zu feiern, vergaßen die Sänger der Jonier nicht3J, nur daß sie 
denselben keinen solchen Glanz gaben, wie denen des Haupthelden 
ihres Stammes, des Ajas. 
Nicht nur Achaeer und Jonier waren nach Asien gewandert; 
auch Lokrer, Phokier und Flüchtige der alten Bevölkerung von Thesi 
salien, aus der Gegend von Pherae, aus der Landschaft Phthia, 
Magneten vom Ossa nnd Pelion hatten neue Sitze an der anatos 
lischen Küste gesucht und gesunden. Auch diesen gebührte ein An: 
theil an den Thaten der Väter vor Ilion. Diese Auswanderer aus 
Thefsalien, deren Hauptbestandtheil Magueten vom Ofsa und Pelion 
bildeten, hatten es allein gewagt, ihre Siedlungen in Anatolien von 
der Küste in das innere Land vorznschiebeu; sie hatten Magnesia 
am Siphlos im Lande des Hermos in Mhsien, Magnesia am 
Maeandros auf karischem Boden erbaut. Sie waren die kiihnsten 
unter den Ansiedlern, sie waren in das innere Land eingedrungen, 
und hatten dadurch den Myfern und Karern gewiß den größten 
Schaden gethan, aber auch die schwersten Kämpfe zu bestehen gehabt 
S. 2l5. 216.J. Der Held, Von welchem ihre Sagen nnd Sänger ers 
zählten, Achilleus von Phthia, mußte darum auch der kiihnste, der 
1J Herodot S, 35. 127Vgl. Pl1erec:yd. Fkagm. 20. ed. Müller.  
III II. 12, 128 seqq.  3J Man kann darüber streiten, ob die Eurysakiden 
Ihren Namen Von dem breiten Schild des Ajas im Epos entlehnt, oder umges 
kehrt die Sänger der Jonier aus den Eurysakiden den Telamon und den breis 
ten Schild des Ajas gemacht haben. Jch halte das Geschlecht der Euryfakiden 
M Athen für älter als die Charakteristik des Aja8 im Epos, und glaube, daß 
7WdEpVS nicht frei, sondern nur auf Grundlage bestimmter AnlehnungeU W 
un en hat.
        

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