Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-83835
Der 
des 
Charakter 
L Dissens. 
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einander zu kämpfen. Sie sind schwer geriistet, mit ehernem Helm, 
Panzer nebst Schienen vom Knie bis zum Knöchel, und tragen große 
Schilde. Es kommt daraus an, die Lanze so gewaltig zu schleudern, 
daß sie Schild und Panzer durchdringt. Seltener wird die Lanze 
zum Stoß gebraucht; wenn die Lanzen zerbrochen sind, greifen die 
Helden zum Feldstein oder zum kurzen Schwerte. Jhren Schaaren 
eilen sie auf Streitwagen mit raschen Pferden, die von geübten 
Lenkern geleitet werden müssen, voran  sei es, daß die Griechen 
diese Sitte zu fechten schon bei ihrer Einwanderung in die griechis 
schen Gauen mitbrachten Cwir sahen, daß sie in Jndien und Jran 
bereits in ältester Zeit gebräuchlich warJ, sei es, daß sie dieselbe 
von den Kleinasiaten, von den ,,rossebändigenden MaeonernU CLhdernJ 
und Mhsern annahmen. Audh die Rosse der Teukrer werden wegen 
ihrer Zahl und Schnelligkeit gepriesen. 
Das Leben ist auf Kampf nnd Krieg gestellt. Die Ehre der 
Kämpfer gilt allein, die Bauern und Hirten sind verachtet, wie das 
bei einem so andauernden Kriegsleben, wie es die Griechen in Asien 
führten, nicht anders sein konnte. Es war wesentlich die Beschrän: 
kung dieses kriegerischen Wesens auf die Vertheidigung von Haus 
und Hof und der Altäre der Götter, auf einzelne Fehden und Wafi 
senthaten, daß aus diesem Treiben keine vollständige Verwilderung 
der Sitten folgte, daß sich vielmehr mit derskriegerischen Tüchtig: 
keit ein lebhaftes Gefühl individueller Selbständigkeit und des eige: 
nen Rechts der Person verband oder vielmehr aus jener erwuchs; 
daß sich ein großer und freier Sinn aus dieser steten Vertheidignng 
des Gemeinwesens, aus dieser rastlosen Erweiterung der griechischen 
Ansiedlnngen, aus diesem beständigen Wagen und Ringen entwickelte. 
Mehr als Raub und Beute sollen die Fürsten und Edlen in ihren 
Kriegern Ruhm bei den Menschen zu erlangen suchen. Sie sollen 
einen gepriesenen Tod einem langen aber unberühmten Leben vors 
ziehen; sie sollen wetteifern, jeder den Genossen im Kriege zu über: 
treffen. Der Wettkampf der Heldenkraft soll ihnen auch im ernst: 
haften Kriege die Hauptsache sein. Diese Kriegsleute sollen fort: 
leben im Liede des Sängers. Der Muth nnd die Tapferkeit der 
griechischen Helden ist eigenthiimlicher Art. Es ist nicht ihre Sache, 
es mit jedermann aufzunehmen, auch da zu kämpfen, wo der Unter; 
g0Ug gewiß ist; sie besitzen weder die kühle Todesverachtung trotziger 
und höher angelegter Volksnaturcn, noch die wilde Wnth und Rases 
DWkct, Geschichte des A1:kk:hums. In. H;
        

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