Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-83496
Pelasger und 
Tyrrhener. 
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bezeichnet Herodot als Na6hkotnmen der Pelasger, welche, aus These 
salieu vertrieben, einst in Athen Zuflucht gefunden hätten1J. , 
Die Minyer von Jolkos und Orcho1uenos, die Kadmeer gingen 
ebenfalls von Attila aus zu Schiffe. Sie besetzten die Inseln Lein; 
nos, J1ubros und Samothrake, wo sie thrakische Bevölkerung, 
phoeuikische Niederlassungen und phoenikische Kulte vorfaudenIJ. 
Auch diese griechischen Ausiedler wurden unter dem Gesantmtnamen 
für die älteste Kolonisation zusammeugefaßt; auch sie heißen später 
Pelasger3J. 
Der Zug dieser Auswanderer hatte sich meist nordwärts ge: 
halten; ihre Pflanzungen lagen aus der Landzunge des Athos, an 
der nordwestlicheu Spitze Kleinasiens, auf den eben genannten Jus 
seln. Aus den Vorgebirgen des Festlandes, aus den Inseln, welche 
sie besetzt, errichteten diese baukundigen Pelasgioten und Miuyer 
zunächst zu ihrem Schutze gegen die alten Einwohner Bari 
gen. Diese Burgen verschafsten ihnen späterhin, namentlich dem 
Theil, der sich aus der Landzunge am Athos niedergelassen hatte, 
den Namen Thurmbewohner, Tyrsener oder Tyrrhener tvon rs1JFieroc; 
ThurmHJ. Seeraub nnd Sklavenhaudel scheinen bald die liebsten 
U Herod. l, 57. Daß die Auswanderung der Pelasgioten ans Attika 
di; erste, ihre iiberseeischen Niederlassungen die ältesten waren, ergiebt steh dars 
aus, daß die Pelasgioten am frühsten Cdurch den Einbruch der ThessalierJ aus 
ihren Sitzen aufgeschencht worden waren, daß ihre Niederlassungen z. V. ihre 
Larissa bei Khime von den späteren Kolonisationen vorgefunden werden. Wenn 
des Schiffskatalog Ell. 2, 840.J die Pelasger nennt nnd sie aus die Seite der 
Troer stellt, so folgt auch daraus, daß ihre Ansiedlung dort die älteste war und 
als solche galt und die späteren Kolonisten in Gegensatz zu ihnen traten. Ein 
ähnlicher Schluß ergiebt sich aus den drei eingesihobenen Versen 0cI. 19, 
17.5seqq.  2s Lemnos ist von Sintiern bewohnt, die Eimer End Thraker. 
0d. 8, 294. 11. I, 594 Thukhd. 2, 98. Strabon p. 331. Aus dieselbe 
Bevölkerung deutet der Name Sa1nothrake.  Z; Oben S. 13. Herodot 2, 
51. 4, 145. Vgl. 1, 146. 5, 57. 62. Aus Lemnos sollen die Minyer freilich 
wieder Von den Pelasgern vertrieben worden sein. Dies beruht einmal daraus,s 
das; man die Minher in Lemnos für Nachkommen der Argosahrer hielt, und 
darum dort bereits zur Zeit der ilberseeisehen Wandern11gen wohnhaft annahm, 
und die,Minyer wieder in Bewegung setzen wollte, um sie nach Triphhlien, 
Thera nnd Kyrene wandern lassen zu können. Es wird historisch richtig sein, 
daß, während einige Minyer Lemnos besetzten, andere Schaaren von Minyern 
nach Thera nnd Triphylien gingen, wie.aucb in TeoS die Jonier bereits Minyer 
von Lrchomenos vorgefunden haben sollen Es. untenJ. Die Minher müssen ziem: 
lich zahlreich gewesen sein. Am.natiirliehsten erklären sich die Wanderungen der 
Minher, wenn man annimmt, daß die zuerst vertriebenen von Jolkos und 
Halos nach Lemnos gingen, die von Orcho1nenos nach Teos, Thera und Tris 
phylien.  4J Thukyd. 4, 109. sagt bestimmt, daß die Thrrhener auf Chalkis 
dike nnd Lemnos aus Athen ansgewandertc Pelasger seien. Auch Sophotles 
bei Dion198 V. Halik. C1,V25J nennt Pelasger und Thrrhener dasselbe GefthTEIHks
        

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