Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-83390
Ergebnisse. 
197 
Nicht ohne historischen Grund ist es, wenn Temenos der älteste der 
drei Brüder heißt, denn das dorische Argos  obwohl fpäter als Mes: 
senien und Lakonien gegründet  war doch der größte und mächi 
tigste der neuen Staaten. Aristode1nos dagegen ist der jüngste 
Bruder, weil Sparta der rauhste, der am wenigsten fruchtbare und 
der unbedentendste der drei Staaten war, bis es den Spartanern 
gelang, den alten Einwohnern auch das untere Thal des Eurotas 
zu entreißen. Mit dem Geschichtchen von dem falschen Loose des 
Kresphontes tröstete sich nachmals der Stolz der Spartaner,s daß 
neben dem großen Argos und dein fruchtbaren Messenien ihren Borg 
fahren ein so geringes Land zu Theil geworden sei. Ein historischer 
Zug der Tradition, d. h. eine dunkle Erinnerung an den ges 
schichtlichen Hergang, an die Dauer dieser Kämpfe liegt ferner 
darin, daß Sikyon, Epidauros und Troezene erst den Söhnen 
und dem angeblichen Tochtermanne des Temenos zufallen, daß 
Phlins erst von dem Enkel des Temenos, dem Rhegnidas, eingei 
nonunen wird, daß die Einnahme Korinth7s und Megara7s, der 
äußersten nnd darum der letzten Erwerbung der Dotter, der dritten 
Generation nach dem Te1nenos zugeschrieben wird. Und nicht mini 
der historisch ist es, wenn es nicht Temenos selbst, sondern Abkoms 
men und Verwandte des Temenos sind, welche die Städte der 
Jonier auf der Nordküste gewinnen. 
Es ist sicher, daß die aetolischen nnd dorifchen Schaaren, 
welche in den Peloponnes einbrachen, über den Sand von Rhion 
kamen, daß sie nach langen Kämpfen, welche mehr als ein Mem 
schenalter füllten, den alten Besi1zstand des Pe1oponnes vollständig 
über den Haufen warfen, daß alle Landschaften des Peloponnes, mit 
Ausnahme des arkadischen Hochlandes ihre Herren nnd ihre Bei 
wohner wechselten. Die. Zahl der Dorer, welche von Erineos aus; 
gewandert waren, konnte schwerlich ausreichen, so weite Gebietsi 
strecken zu erobern nnd zu behaupten, und nach dem Gewinn dieser 
peloponnesischen Landschaften sich noch weiter auszudehnen, wenn sich 
nicht neben den aetolischen Schaaren vereinzelte Kriegsleute in ans 
sehnlicher Zahl aus anderen Landschaften und Stämmen zu ihnen ges 
funden hätten. Die alten Ordnungen waren auf der gesammten 
Osthälfte der oberen Halbinsel erschüttert, aus allen Gauen gab es 
Vertriebene, die nach Tausenden zählten; nun brachen auch die alten 
Gemeinwesen auf dem Peloponnes zusammen, und jede längere Perivde
        

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