Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-83147
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Die 
Bauwerke 
von Mykene. 
welches bis dahin ein phoenikischer See gewesen war. Die Pelo: 
piden führen die große Raubsahrt an die anatolische Küste, welche 
sich der Tradition der Griechen schwerlich abftreiten läßt. 
In dem langen und lebhaften Verkehr mit den Phoenikern 
hatten die Griechen mannichfache Anregungen gewonnen; bisher uns 
bekannte technische Fertigkeiten waren ihnen zugekommen, welche auch 
nach der Vertreibung der Phoeniker noch sortwirkten. Wenigstens 
hat die Herrschaft der Atriden zu Mhkene Monumente hinterlassen, 
welche die Griechen ohne Hülfe oder Einwirkung fremder Kunst 
wohl ebensowenig zu vollenden vermocht hätten, als die Bauten 
und Kanäle von Orchomenos.s Eine starke Meile nordwärts von 
Argos steigt das Gebirge, welches die Ebene des Jnachos einschließt, 
in drei Felsterrassen übereinander empor. Von der höchsten über: 
sieht der Blick siidwärts das Flachland bis nach Lerna hin, bis zu 
den sc;roffen Gipfeln der Berge von Kynnria, welche sich dahinter 
erheben; füdostwärts dringt er über die Mauern von Tirhns hinaus 
bis nach Nauplia und überschaut den blauen Spiegel des argolischen 
Golfes. Auf einer Felsplatte der zweiten Terrasse von etwa tau: 
send Fuß Länge lag die Burg, unter ihr auf der ersten das ,,breit; 
straßige, goldreiche MykeneU, wie Homer sagt1J. Die.Burgmauer 
von ansehnlicher Höhe folgt der dreieckigen Gestalt der Felsplatte 
in allen ihren Ecken und Vorspriingen. Nur hier und da sind fast 
unbehauene Blöcke von achtzehn Fuß Länge aufeinander gewälzt, wie 
in dem Mauerwerk von Tityus, und die ,Ztvischenräume mit kleinen 
Steinen gefüllt; der größere Theil der Mauer besteht aus behauenen 
Steinen, die nach dem natürlichen Bruche derselben vieleckig, die 
meisten fiinfeckig, behauen, geglättet und vollkommen genau in ein: 
ander gefugt sind. An der Westseite liegen die Steine rechtwinklig 
behauen in horizontalen Lagen übereinander; hier ist zwischen zwei 
Mauerarmen, welche eine schmale Gasse von funfzig Fuß Länge nnd 
etwa zwanzig Fuß Breite bilden, der Eingang in die Burg. Die 
Quadermauer am Ende dieses Ganges läßt unten ein Thor offen, 
welches durch drei gewaltige Steine gebildet ist. Die beiden Sei; 
tenpsosten, vierzehn bis sechszehn Fuß hoch und nach oben gegen 
einander geneigt, tragen einen dritten Stein, den Sturz des Thores, 
welcher funfzehn Fuß lang nnd gegen fünf Fuß breit ist. Ueber 
1lja.s 
180.
        

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