Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Alterthums
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-80895
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-81472
Die 
Bedingungen 
Lebens. 
des 
und BoebeIs sehr fruchtbare Gebiete, und die gepriesene Fruchtbari. 
keit der weizentragenden Niederung Boeotiens war ein Werk der 
beiden Seen Von Kopae und Hyle. Der Peloponnesos verdankte seine 
besten Gebiete dem Alpheios und dem Pamisos, welche in ihrem 
Mündungslande Fruchterde ablagerten. Lebten die Hirten bequem 
und ausreichend,  die Bevölkerung der Küsten mußte bald gezwun: 
gen sein, ihren Unterhalt durch Fischfang zu suchen oder zu ergänzen. 
So bildet die griechische Halbinsel mit ihrem zerklüsteten Ters 
rain, ihrer reichen Küstenentfaltung, ihrem kargeren Fruchtbo: 
den, ihrer zusammengedrängten landschaftlichen Plastik einen sehr 
bestimmten Gegensatz zu den Kulturgebieten des Orients. An die 
Stelle der großartigen, aber gleichmäßigen Formen ist eine individuelle 
Gestaltung getreten. Mit den mächtigen Strömen fehlt der Segen 
nnd die Fruchtfiille des Nillandes, des Euphratlandes und des Ganges: 
landes; es fehlen aber auch die Wüsten, welche diese Gebiete im 
Orient einschließen oder begrenzen. Das Leben war weder mühelos, 
noch zum Umherziehen verurtheilt. Schon in Asien fanden wir da, 
wo Meer und Gebirge am nächsten zusammentreten, die reichste und 
tiefste Entwickelung, an jener Küste der Phoeniker, hinter welcher sich 
die Berge Jsraels erhoben. Aber wenn in Shrien Küste und Binuen: 
land auseinander fallen, so sind diese Formen in Hellas überall von 
einander durchdrungen. In Hellas haben wir wiederum die shrische 
Küste, aber mitten in das Meer gestellt. Es sind dieselben günstigen 
Lebensbedingungen, Gebirge und Meer, Bergluft und Seewind, aber 
in gesteigertem Maasse. Der Himmel ist hier milder; er nöthigt 
weder zur Trägheit, noch reizt er zur Sinnlichkeit. Die verhältnißi 
mäßige Armuth des griechischen Bodens war kein Nachtheil, sie war 
ein Vorzug. Man war nicht in Gefahr, der Macht und den Gaben 
der Natur zu erliegen, man war auf ein nüchternes, thätiges, ab; 
härtendes Leben angewiesen. Was der Natur an Ergiebigkeit fehlte, 
vergiitete sie durch Mannichfaltigkeit der Lebensbedingungen. Gei 
wähnen die Gebirge mit ihren Triften dem Hirtenleben eine gute 
Stätte, vermochten die Thäler die unabhängige und stätige Art des 
Bergbewohners, die Anhänglichkeit an die sorterbende Sitte, die 
Beharrlichkeits und Abgeschlossenheit des Sinnes auszubilden, welche 
sich um den Nachbarn jenseit der Berge wenig kümmert, so lag doch 
das Element der Bewegung dicht neben dem des Beharrens. Das 
Meer, welches alle diese Gebirgskantone, mit Ausnahme des pelo:
        

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