Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-79149
Das 
Ergebnißs 
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Wie hoch man es anschlagen mag, daß die Jnschriften der 
Aegypter Bedacht darauf nehmen mußten, die Könige der Perser 
nicht zu verletzen, welches Gewicht man darauf legen mag, daß, 
nachdem die Perser einmal die Herren waren, die Priester nach der 
hergebrachten Art der Aegypter die Könige der Perser mit den Ti: 
teln ihrer Pharaonen bezeichneten, wie viel Bedeutung man dem nahe: 
liegenden Jnteresfe der Priester einräumen mag, die religiösen Dinge 
auch nach der Veränderung der Herrschaft möglichst unverändert fort: 
gehen oder wenigstens unverändert erscheinen zu lassen, wie viel 
man in Betracht dieser Umstände ihrem Kanzleistil abziehen will, 
die angeführten Jnschriften beweisen dennoch, daß Kambhses weder 
eine Verfolgung noch eine Unterdrückung des aegyptischen Wesens, 
der aeghptischen Dienste eintreten ließ. Man konnte ihm die Reinis 
gnug eines der größten nnd heiligsten Tempel Aeghptens, die Her; 
stellung der Priesterschaft und des Dienstes desselben nicht zuschreiben, 
wenn das Gegentheil osfenknndig der Fall gewesen wäre. Vielmehr 
läßt Uns die Erzählung des Uzahorpenres den natürlichen Verlauf 
der Dinge erkennen. Wenn er von einem großen Unheil spricht, 
wie es den Bezirk von Sais nnd das ganze Land noch niemals ge: 
trofsen, so wird dies nicht auf die Tödtung des Apis sondern auf 
die Eroberung Aeghptens durch die Perser zu beziehen fein, da er 
sich das Verdienst zuschreibt, in diesem Unheil die Bevölkerung von 
Sais gerettet zu haben. Wir sahen oben ans Herodots Erzählung, 
daß Kambhses sich nach der Einnahme von Memphis gegen Sais 
wendete. Wir erfahren nicht, ob die Stadt Widerstand leistete; 
aber es war die Hauptstadt Aegyptens seit den Zeiten Psami 
metichs, der Sitz des Amafis gewesen und schon deshalb in beson: 
in Perfien datirt sei, fo ist diese Annahme fiir die Jnfchriften der Apisgräber 
doch kaum zulässig. Vs1Igfch Chist. cis Bgypt. p. 266J sucht dadurch zu helfen, 
daß er den Kambhses nicht erst im fünften, sondern bereits im dritten Jahre 
seiner Regierung nach Aeghpten ziehen läßt, womit dann jedoch wiederum das 
Todesjahr des Amascs  bei Diodor nicht stimmt. Nach den Ins 
fchriften des Serapeum regierte Ka1nbhfes wenigstens vier Jahre fünf Monate 
in Aeghpten. Nahm er Memphis etwa im Julius 525, so hätte UT hkEVU0Th 
bis zum December 521 gelebt und regiert. Da nun aber nach Herodot die 
gesammte Regierung des Kambhses nur sieben Jahre und fünf Monate beträgt, so 
blieben für feine Regierung in Perfien nur drei7Jahre übrig und er hätte dann 
den Zug gegen Aegypten nicht im fünften, sondern im vierten Jahre feiner 
Gefatnmtregierung angetreten. Die Jnsehrift Von Hamamat nennt Atiuhi, den 
Sohn des Artames, Befehlehaber von Koptos; Brugscl1 I. o. F. 272.
        

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