Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-79104
Kambyses 
in 
Aegypten. 
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wenigsten werden den fremden Fürsten, der ihnen ihre alte Herrlich, 
leit geraubt, unparteiisch und unbefangen gewürdigt nnd beurtheilt 
haben. Mochten sie ihn immerhin zum Sohne der Tochter ihres 
Pharao machen; sie konnten deshalb doch nicht unterlassen, sein An: 
denken irgend wie zu brandmarken. Hätte Kambhses wirklich einen 
systematischen Kampf gegen die Religion der Aeghpter geführt, so 
würde selbst dies kaum schlechthin als thrannischer Frevelmuth zu be: 
zeichnen sein. Sehr starke religiöse Motive konnten dabei im Spiele 
sein. Gab es einen schärferen Gegensatz als den zwischen dem bilds 
losen Dienst Auramazda7s, des Schöpfers des Himmels und der Erde, 
und der Verehrung zahlreicher Götterbilder wunderlichster Gestalt in 
den prächtigsten Tempeln und zahlloser mehr oder minder heiliger 
Thiere, als den zwischen der ängstlichen Sorge für die Erhaltung und 
Aufbewahrung der Leichen bei den Aeghptern und dem Eifer der Jra: 
nier, diese unreinen Ueberreste des Menschen zu beseitigenP Kau1byses 
konnte sich in gutem Glauben in Aeghpten einem Verstockten Götzen: 
dienst, einer aberwitzigen Anbetung der Thiere, einem Volke von 
Lügnern und Verunreinigten gegenüber glauben. Dennoch hat 
Kambhses keine religiöse Verfolgung eintreten lassen. Er hatte des 
Psa1nmenit geschont wie der aeghptischen Städte, er ließ keinen Tems 
pel niederbrennen; er befragte sogar nach Herodots Bericht selbst 
nach der Rückkehr von Meroe eine aeghptische Weissagung. Er hat 
Aeghpten nicht anders behandelt als Kyros die Von ihm unterworse: 
neu Länder. Aus Herodots Darstellung wie aus der späteren Ge: 
schichte Aegyptens erhellt, daß in Verwaltung, Gesetz und Recht des 
Landes nichts weiter geändert wurde als daß ein persischer Satrap 
an deren Spitze trat, daß einige persische Besatzungen in die Cita: 
dellen der.wichtigsten Städte gelegt wurden. Nichti einmal die 
aeghptische Kriegerkaste wurde aufgelöst; sie trat aus dem Dienst 
der ,Pharaonen in den der Achaemeniden und zählte noch in der 
Mitte des fünften Jahrhunderts über 400,000 Dienstpflichtige. Wenn 
Kambhses sich einige Gräber öffnen ließ, so waren die Phramiden, 
die Königsgräber bei Theben, die Grabstätten der PsammetkchkdetI 
zu Sais gewiß Banwerke der 1nerkwiirdigsten Art, die die Neugier 
jedes Eroberers reizen mußten, die eines perfifTheII Fürsten Um so 
mehr, Vje weiter diese Art der Beftattung von der persiscben Sitte 
abwich. Dies mußte dann freilich den Aeghptern als schlimmer 
Frevel gegen die Ruhe der Todten erscheinen. Es mag sein, daß 
die persischeu und medischen Krieger, die Baktrer und Arachoten hier 
l
        

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