Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-77738
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Gemeinsame 
Bestandtheile 
der 
Berichte. 
und Persien. Des Khros Vater wird gefangen und verlängnet in 
seiner letzten Stunde das Unterfangen seines Sohnes, die Perser 
werden nach wiederholten Schlachten bis in die letzte Zuflucht in 
ihren Bergen getrieben. Erst in diesem Augenblick wendet sich das 
Glück. Es gelingt dem Kt;ros endlich die Meder zu schlagen. 
Astyages entkom1nt zwar, aber entfremdet sich die Herzen der Meder 
durch die Grausamkeit, mit welcher er die empfangene Niederlage 
an seinem Heere rächt, die Satrapen der unterworfenen Völker 
schließen sich dem Kyros an, wenige bleiben dem Astyages treu. 
Den zum zweiten Male geschlagenen und endlich gesangenen ehrt 
Kyros wie einen Vater und nimmt dessen Tochter zur Ehe. 
Bei aller Verschiedenheit finden sich doch gewisse Züge, welche 
in beiden Erzählungen verwendet sind. Jn beiden verkünden Träume 
die zukünftige Größe des Khros; nur daß diese bei Herodot 
dem Astyages, bei Ktesias der Mutter des Kyros zu Theil werden. 
Auch bei Ktesias wird Astyages vor dem Kyros wiederholt gewarnt, 
aber freilich erst als er diesen zu hohen Würden erhoben hat. Beide 
Erzählungen heben die friihzeitige persönliche Tüchtigkeit des Kyros 
hervor, welche auch Xenophon in7s Licht stellt. Jener Artembares, 
dessen Sohn bei Herodot gegeißelt wird, ist bei Ktesias ein Enuuche 
des Astyages, Vorgänger des Khros im Amte des Mnndschenken, der 
diesen adoptirt und ihm sein Vermögen vermacht. In beiden Erzählungen 
hat ein Rathgeber wesentlichen Einfluß auf die Entschlüsse des Kyros. 
Beide Erzählungen sagen, daß die Herrschaft der Meder den Pers 
fern schon lange verhaßt gewesen sei. Bei Herodot sagt Kyros den 
Persern, er halte sie nicht für schlechtere Männer als die Meder, 
und so seien diese ausgestanden, nachdem sie einen Führer gesunden. 
Bei Ktesias klagt Oebares dem Khros, daß sich kein Führer der 
Perser finde, der dem Uebel ein Ende mache, daß die Meder über 
bessere Männer herrsohten. Jn beiden Erzählungen wird die List 
des Khros dem Astyages gegenüber hervorgehoben; in beiden giebt 
Khros vor, auf Befehl des Asthages zu handeln, indem er die Pers 
ser znsannnenrufen und bewaffnen läßt. Bei Herodot ist Kambyses 
ruhiger Gemüthsart, bei Ktesias wird er durch seinen Sohn zum 
Ausstand gedrängt nnd verläugnet denselben endlich. Nachdem Ky, 
ros beim Ktesias die Reiter, welche Asthages ihn zuriickzuholen aus, 
gesendet, zuerst reichlich mit vielen Schafen und Rindern bewirthet, 
dann geschlagen hat, sagt Astyages: ,,es soll ihm Cdem KywsJ den, 
noch nicht gelingenU; bei Herodot braucht Asthages dieselben Worte
        

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