Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-77719
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Beleuchtung 
der 
Erzählung 
Herodots3. 
der Meder noch weiter vergrößernP Aber zugegeben, Asthages habe 
Grund gehabt, den noch nngeborenen Sohn seiner Tochter zu fürchi 
ten, so wäre geboten gewesen, die Tochter nicht zu verheirathen nnd 
etwa durch Adoption für einen Nachfolger zu sorgen. Statt dessen 
wird sie dennoch Verheirathet und zwar nicht einem Meder sondern 
einem Manne aus den unterworfenen Völkern, einem Perser, zwar 
von edler Abkunft, zwar reich begütert aber ,,von ruhiger Art.tt 
Das hieß doch in der That diesen Perser in das Königshaus auf: 
nehmen, das Erbrecht auf ihn oder seinen Sohn übertragen, die 
medische Krone an einen Fremden bringen und das Reich Von den 
Medern auf die Perser übergehen lassen. Selbst wenn solche Vers 
kehrtheit dem Asthages in den Sinn gekommen wäre, die Meder 
würden dies schwerlich zugelassen haben, deren Magier bei Herodot 
selbst dem Asthages sagen, wie sehr es ihnen am Herzen liege, daß. 
die Herrschaft nicht ans einen Perser übergehe; Herodot läßt dann 
freilich trotzdem einige Jahre später den Harpagos die Meder übers 
reden, daß der Perser König werden müsse 1J. Nach dieser höchst 
wunderbaren Verheirathung der Erbtochter an einen Perser wird nun 
Kambhses nicht etwa an den Hof nach Egbatana gezogen  er bleibt 
in Persien, und dem gefürchteten Sohn dieser Ehe geschieht auch 
nachdem sein wahrer Ursprung entdeckt ist kein Leibes. Noch mehr, 
dieser Knabe, der frühzeitig große Anlagen und einen festen Willen 
zeigt, wird nicht einmal am Hofe des Asthages unter Aufsicht ge: 
halten, sondern seinem Vater nach Persien znrückgeschickt. Und end; 
lich: Kambhses ist nach Herodots Erzählung der Schwiegersohn und 
damit der Erbe des Asthages, Khros der nach seinem Vater erb: 
berechtigte Enkel des Königs von Medien  wozu erhebt Khros 
den Ausstand gegen einen siebzigjährigen Greis; weshalb durch Wag: 
niß, Gefahr und Blut eine Krone suchen, die im Erbgange dem 
Kambhses oder dem Khros bald zufallen mußte 2JP 
iXenophon erzählt nichts von diesen Dingen; bei ihm ist Kam: 
1J Her. 1, 120. 123.  2J Gegen diese Ausführung ist eingewendet worden, 
daß die Verheirathung der Erbtochter ihrem Manne den Thron nicht ohne Wei. 
teres eingetragen haben würde, da den Stammhänptern der Meder die Wahl 
aus den Mitgliedern dere.Königsfamilie frei gestanden haben würde. Es mag 
dies heute fiir die Wahl der asgha11ischen Stammhiinpter durch die Vorsteher 
der Geschlechter richtig sein. Wie die Feststellung der Successiou im Reiihe der 
Meder geordnet war, wissen wir im Besonderen freilich nicht; wir sehen aber, 
daß Ae von Dejokes ab vom Vater ans den Sohn Mike, Jeden Fang e,,.hkexz 
der Mann der Erbtochter auch unter jener Voraussetzung ein nahes Anrecht.
        

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