Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-77442
Die 
KönigZbUrg 
zu 
Egbatana. 
623 
Polybios sagt: ,,Egbatana war von Anfang der Sitz der medischen 
Könige. Die Stadt besitzt eine durch Kunst befestigte Burg von 
bewundernngswürdiger Festigkeit. Unter der Burg liegt der Palast, 
von dem sowohl im Einzelnen zu sprechen, als ihn mit Schweigen 
zu übergehen bedenklich ist. Denen, welche Erstaunen erregende 
Dinge mit Ausschmiickung und Uebertreibung zu erzählen lieben, 
gewährt Egbatana das schönste Thema; die aber, welche vorsichtig 
an Alles herantreten, was über das gewohnte Verständniß hinaus: 
geht, befinden sich in Verlegenheit und Schwierigkeit. Der Palast 
hat sieben Stadien im Umfange nnd außerdem zeigt der reiche 
Schmuck der einzelnen Theile, in wie glänzender Lage sich die be: 
fanden, welche ihn griindeten. Obwohl das gesa1nmte Holzwerk aus 
Cedern und Chpressen besteht, kam dies dennoch nirgend zum Vor: 
schein, vielmehr waren die Balken der Decke, das Getäfel, die Siin: 
ten in den Gemächern und Hallen hier mit goldenen, dort mit silber: 
neu Blechen umgeben; die Bedaihung aber bestand aus silbernen 
Ziegeln. Noch zu der Zeit als Antiochos nach Egbatana kam hatte 
der Tempel der Anahita CAiwz; S. 446J ringsum vergoldete Säu: 
len; von den Goldblechen der Seitenwände waren nur noch wenige, 
von den Silberblechen derselben die meisten vorhanden; auch die sil: 
bcrnen Dachziegel waren in großer Zahl iibrigIJ.tt Der Stil, in 
welchem diesem nmsichtigen Zengniß zu Folge der Palast von Egba: 
tana erbaut war, war der des Holzbanes, wie er der Sitte von 
Gebirgsvölkern zu entsprechen pflegt. Noch heute sind 7Holzbauten 
dieser Art in Teheran und Jsfahan üblich, zu welchen die Bergwal: 
dungen im nördlichen Medien Lob. S. 583J damals gewiß noch schö: 
neres und reicheres Material lieferten als heute. Für das Königs: 
haus wurden die edelsten Stämme und Hölzer zu Säulen, Deckbalken 
und Tafelwerk gewählt. Auch die Jnschriften der asshrischen Fürsten 
erwähnen häufig, daß der König auf diesem oder jenem Gebirge 
Bäume für seine Bauten habe fällen lassen. Wenn die Ziegel: 
1nanern der Paläste von Niuive mit Stcinplatten bekleidet waren, 
die Deckbalken mit Schnitzwerk verziert oder mit Goldbleeh bedeckt 
wurden, so schmückte man nun hier in Egbatana nach der Einnahme 
Ninive7s nicht nur die Deckbalken, sondern auch das TCIfEkWekk der 
Wände, die Holzsänlen in derselben Weise. Auch die Mauern des 
Palastes der Perserkönige zu Persepolis sollen ähnliJe Verzierungen 
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