Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-76802
Die 
Reinhaltung. 
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gegeben, um es mit dem Sonnenlauf in Uebereinstimmung zu erhali 
ten. Zu dieser außerordentlichen Zeit gestattet nach dem Glauben 
der Parseu Aura1nazda auch den Seelen der Verdammten, die 
Hölle zu verlassen nnd bei ihren Nachkommen zu weilen. Dieser 
Vorstellung gemäß lesen die Priester die für die Bitte um Vergebung 
der Sünden bestimmte Liturgie, sollen die Parsen während des Festes 
täglich zwölstansend Mal die Gebete sprechen: ,,Wie des Herrn Wille 
ists, nnd ,,Reichthum und Reinheit find für den Gerechten der rein 
ist.H Diese Fürbitten und Gebete sollen den verdammten Seelen zu 
Gute kommen.   
Jeder Monat des Jahres war wenigstens seit der Zeit der 
Sassaniden einem bestimmten Gott oder Geist geweiht; ebenso hatte 
jeder der dreißig Tage des Monats seinen besonderen Sch1ct,;geist. 
Die ersten sieben Tage jedes Monats gehörten dem Auramazda 
und den sechs Amesha gpenta, der neunte dem Feuer, der zehnte 
dem Wasser, der zwölfte dem Monde, der dreizehnte dem Tistrja, 
der vierzehnte dem erstgeschasfenen Stier, der funfzehnte dem Mithra, 
der sechzehnte dem Craosha, der z1vanzigste dem Verethraghna, der 
vier und zroanzigste dem ,,GesetzeH, der neun nnd zwanzigste dem 
,,heiligen WorteU n. s. w. An den Schnt;geist jedes Tages mußten 
stets besondere Gebete gerichtet werden und da nun auch die Monate 
nach göttlichen Wesen genannt waren, da in jedem Monate der Tag 
besonders heilig gehalten wird, dessen Schutzgeist zugleich der Schuh: 
geist des Monats ist Eint Monat Mithra der Tag Mithra u. s. f.J, 
da die übrigen Feste, wie wir eben sahen, sammt denen der Neu: 
monde und Vollmonde viele Tage in Anspruch nahmen, fehlte es 
den Völkern Jrans, fehlt es heute den Parsen an Anlaß und Uebung 
im Gebet nicht. 
Das Wesen der guten Geister ist das Licht, darum muß der 
Mensch Körper nnd Seele rein und licht halten, daß er Gnade vor 
ihnen finde, daß sie ihm Leben und Gedeihen in dieser Welt gewiihs 
ren, daß seine Seele dereinst ohne Flecken erfunden werde und ein: 
gehen könne in die Wohnung der lichten Geister. Das Zendavesta 
preist die Götter vorzugsweise als die ,,ReinenU, Aura1nazda als 
die Reinheit selbst, Zarathustra als den Meister, den Lehrer der 
Reinheit. Die Reinhaltung der Seele und des Körpers ist demnach 
die oberste Pflicht des Menschen. Unanfhörlich wiederholt das Gesetz, 
buch, daß ,,die Reinheit nach der Geburt für den Menschen das
        

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