Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-76628
Das 
Opfer. 
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von dem Glauben des Ostens ist das Menschenopfer an den neun 
Wegen, das andere der Ameftris kaum unterzubringen; wenigstens 
erklärt sich jenes leichter durch einen Jrrthum .Herodots, dieses durch 
persönliche Superstition und Grausamkeit.  
sc 
Das 
Gesetz 
der 
Priester. 
Wie die GesetZbücher der Juden, wie Manu7s Gesetze enthielten 
die heiligen Schriften Ostirans das ideale Schema, welches die 
Athravan dem Leben jener Länder vorzeichneten. Jhre Vorschriften 
umfaßten nicht blos den Kultus, die Reinigungen und das Cerimo: 
niell, die Ordnungen der Sühne und Buße, die gesammte kirchliche 
Disciplin; sie handelten auch Vom Gerichtsverfahren und vom Erbi 
recht, von den Strafen für den Diebstahl und den Betrug, vom 
Ackerbau und den Beschäftigungen der Stände. Aber wir wissen 
bereits, daß die Priester in Baktrien und Sogdiana, in Haetumant 
und Margiana wie in Indien auf ihr moralisches Ansehen beschränkt 
waren; es kam darauf an, in wie weit sie das Volk zu freiwilliger 
Unterwerfung unter ihre Disciplin, unter ihre Sühns und Bußvors 
schriften zu bewegen vermochten, in wie weit sie die Richter und 
Beamten bewegen konnten, sich nach ihren Gesetzen zu halten. Da 
die Länder Ostirans nicht mehr unter einem nationalen Königthu1n 
sondern unter fremden Herrschern, den Fürsten der Assyrer und Me: 
der, standen, als die Priester zur Feststellung ihres GeseHbuches 
kamen, hatten sie hier noch weniger als in Jndien.Aussicht den Staat 
streng an ihre Gesetzgebung zu binden, wenn auch jene sFremdherr: 
schaft keines Weges der Art war, daß sie dem nationalen und los 
kalen Leben großen Zwang auferlegt hätte. Sie wirdssich wie fast 
überall im Orient mit der Unterthäuigkeit der einheimischen Stamm; 
häupter, der Einsetzung von Statthaltern, der Erhebung von Tris 
buten begnügt haben. 
Das Licht, welches die uns erhaltenen Bruchstiicke des Zenda: 
 vesta auf die Kultur und das politische Leben der östlichen Stämme 
Jrans fallen lassen, ist spärlich. Ueber die Rechte und PsTichten des 
Königthums, welche Manu7s Gesetz so ausführlich behandelt, welche 
APDUVUides von Kos, die Parhsatis läßt die Mutter des Terituchmes, zwei 
f2TUeV SOWeiTern und seine beiden Brüder lebendig begraben; Otes. fragm. 
Pers. Ecl. 42. 55.
        

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