Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Arier in der alten Zeit
Person:
Duncker, Maximilian Wolfgang
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-70576
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-75735
452 
Die 
Anschauungen 
der 
Jranier 
und 
Inder. 
die Brahmanen das So1naopfer nur an besonderen Festtagen, aber 
dann täglich dreimal, auch am Abend, darbringen II. 
Die Gestalten nnd Züge altiranischen Glaubens und Dienstes, 
die wir hervorgehoben haben, führen den iiberzeugenden Beweis das 
für, daß sich die Völker Jrans in alter Zeit von denselben Gewal: 
ten, denselben Geistern beschützt und geschädigt glaubten, welche uns 
aus den ältesten Gesängen des Rigveda entgegentraten. Die reli: 
giösen Anschauungen in Indien und Jran ruhten demnach auf der: 
selben Grundlage. Von den wohlthätigen Geistern des Lichts und 
der hellen Luft tragen einige hier wie dort dieselben Namen, fast 
alle verrathen in ihrem Gepräge iibereinstimmende Grundzüge. Frei: 
lich decken sich die Anschauungen nicht überall. Von den zahlreichen 
Geistern des Rigveda fehlen den Jraniern viele, andere wie Tistrja, 
Craosha, Anahita sind den Jndern fremd. Es sind Unterschiede, 
wie solche jedes individuelle Wachsthum aus gemeinsamer Wurzel 
hervortreiben wird. Wenn es darauf ankäme, die Uebereinstimmung 
der Anschauungen diesseit und jenseit des Indus weiter auszuführen, so 
würde darauf hinzuweisen sein, daß die Gesammtzahl von 33 Göt: 
tern, welche ältere Hhmnen des Rigveda hervorheben CS. 112J, im 
Zendavesta wiederkehrt, das 33 Geister kennt, welche als die ,,besten 
ReinenU, als die ,,Häupter der ReinheitE von Zarathustra verkün: 
digt seien 2J; Plutarch berichtete uns freilich nur von 32 Göttern 
der Magier IS. 427J. Die Jnder zählten zuerst sieben, später: 
hin zwölf Lichtgeister, Aditja; das Zendavesta stellt sieben heilige 
Unsterbliche an die Spitze des Himmels. Dem Götterberge der 
Jnder, dem Meru, entspricht die Hara berezaiti der Jranier, den 
sieben Theilen der Erde, den sieben Dvipa der Inder die sieben 
Karshvare des Zendavesta II. Merkwürdig iibereinstim1nend zeigen sich 
die Gebräuche des Opfers. Das Hanptopfer, das Somaopfer, ist 
1J Hang Essays p. 239. Haug7s Meinung, daß Zarathnstra das Haomas 
opser nicht geübt oder verboten, weil die Gatha desselben nur zwei Mal und 
zwar in abwehrender Weise gedäkhten CJagna 32, 3. 48, 10J kann ich nicht 
beitreten. Abgesehen von den sprachlichen Bedenken, welche Jufti in den Gök, 
tinger Anzeigen C1866 S. 1459J zusammengefaßt hat, ist das .Haomaopser km, 
schieden Mittelpunkt der Sage u11d des Kultus, Haoma wird zu bestimmt als 
lebengebender Gott vor und nach Zarathustra gepriesen CZoroasters Geburt ist 
Folge des Haomaopfers seines VatersJ, als daß dasselbe für einen späteren 
Eindringling oder eine nachträgliche Restikutiou gehalten werden könnte.  
2J Ja;na 1, 33. 3, 47.  3J Ueber die DVipa Vgl. Weber ind. Skizzeu S. 108.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.